Michael Hüther im iwd Image
Quelle: IW Medien

Als Finanzminister brächte Hüther in jedem Fall die Konsolidierung zu Ende: „Ich würde mit dem Rasenmäher an die Subventionen rangehen und überall 10 Prozent kürzen.“ Auch die hohen Zuschüsse an die gesetzlichen Krankenkassen sowie einige arbeitsmarktpolitische Maßnahmen bieten seiner Meinung nach Einsparmöglichkeiten. Wenn Deutschland in puncto Konsolidierung mit gutem Beispiel voranginge, dann ließe sich die Schuldenbremse mittelfristig sogar überall in Europa einführen, so Hüther. In wenigen Punkten seien aber auch Entlastungen richtig – so etwa bei der Einkommenssteuer, wo sich der IW-Direktor für die Abschaffung der kalten Progression ausspricht. Den Unternehmen würde Hüther in Form einer allgemeinen Forschungs- und Entwicklungsförderung unter die Arme greifen.

Die Heraufsetzung des Rentenalters hält Hüther für eine überfällige Anpassung – die auch mit verstärkter Zuwanderung nicht aufzuhalten sei. Das Zuwanderungsrecht in Deutschland sei intransparent und eigentlich ein „Zuwanderungsverhinderungsrecht“. Hüther: „Österreich ist uns da mit seiner Rot-Weiß-Rot-Karte weit voraus. Dieses Modell haben Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam entwickelt und es setzt ganz nüchtern am Bedarf des Arbeitsmarkts an.“

Befragt, was er als Hartz-IV-Empfänger tun würde, sagte Hüther: „Taxi fahren ist zwar nicht mein Traumjob, aber immer noch besser, als auf Kosten anderer zu leben.“ Man müsse jede Chance ergreifen, um in den Arbeitsmarkt hineinzukommen. Dafür würde er auch das zusätzliche Geld verwenden, das die Berechtigten im Rahmen der Hartz-IV-Reform künftig erhalten sollen.

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