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So erhielten jene 30 Prozent der Bundesbürger mit den niedrigsten am Markt erwirtschafteten Einkommen im Jahr 2003 jeden Monat im Schnitt 900 Euro mehr vom Staat, als sie an Abgaben für das Gemeinwesen leisteten. Die zum bestverdienenden Zehntel zu rechnenden Bürger zahlten dagegen per saldo 2.300 Euro in die öffentlichen Kassen ein. In Prozenten ausgedrückt: Während die obersten 10 Prozent unterm Strich 42 Prozent ihres Einkommens an den Fiskus und die Sozialversicherungen abführten, gab der Staat den Angehörigen des vorletzten Einkommenszehntels fast das Sechsfache dessen dazu, was sie aus eigener Kraft erwirtschafteten.

Zusammen mit den auf privater Ebene geleisteten Transfers – etwa durch familiäre Unterhaltszahlungen – bekämpft die staatliche Sozialpolitik wirksam die Armut: Gemessen am aus eigener Kraft erzielten Markteinkommen lägen rund 35 Prozent der Deutschen unterhalb der relativen Armutsgrenze von 60 Prozent des mittleren Einkommens. Die staatliche und private Umverteilung führt jedoch dazu, dass gerade mal 11 Prozent der Bundesbürger gemessen an ihrem verfügbaren Einkommen als arm einzustufen sind.

Christoph Schröder
Umverteilung und Einkommensarmut in Deutschland
gefördert von der informedia-Stiftung – Gemeinnützige Stiftungfür Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln
IW-Trends: 1/2009

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Gastbeitrag, 4. September 2017

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Im Wahlkampf kommt die Debatte über die Mittelschicht wieder hoch. Ob sie schrumpft, ist eine Frage der Definition, und davon gibt es viele. Halten wir uns an die Fakten. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonomin Judith Niehues, erschienen auf Zeit Online. mehr

Ungleichheit: Medienberichte verunsichern Bürger
Pressemitteilung, 1. September 2017

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Die Medien berichten seit einigen Jahren immer häufiger über Ungleichheit, obwohl sich die Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland kaum verändert hat. Das belegt eine gemeinsame Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und von EcoAustria. Die Studie zeigt zudem, dass die Berichterstattung die Menschen verunsichert – zumindest kurzfristig. mehr

IW-Kurzbericht, 1. September 2017

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