Das Haushaltseinkommen zählt Image
Quelle: Fotolia

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in einer Studie, die sich auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels stützt. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Niedriglohnempfänger in einem Haushalt mit einem monatlichen Gesamteinkommen zwischen 2.500 und 4.000 Euro netto selbst ungerecht behandelt fühlt, nur halb so hoch wie in einem Haushalt mit weniger als 1.900 Euro Monatseinkommen.Diese Zahlen haben eine erhebliche Bedeutung für die Diskussion darüber, ob Niedriglöhne durch gesetzliche Mindestlöhne oder staatliche Transfers aufgestockt werden sollten. Ein Eingriff in die Lohnfindung durch gesetzliche Mindestlöhne führt demnach nicht automatisch zu mehr Lohngerechtigkeit als Transfers – kann aber beschäftigungspolitisch gravierende Folgen haben. Denn Mindestlöhne können dazu führen, dass sich viele davon betroffene Arbeitsplätze nicht mehr rechnen, weil die erwirtschaftete Leistung nicht mehr ausreicht, um den Lohn zahlen zu können.

Hagen Lesch, Jenny Bennet
Arbeit und Fairness – Die Suche nach dem gerechten Lohn
IW-Analysen Nr. 59, Köln 2010, 128 Seiten, 24,90 EuroBestellung über Fax: 0221 4981-445 oder unter: www.iwmedien

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 26. Juni 2017

Judith Niehues Armuts- und ReichtumsberichterstattungArrow

Stellungnahme zur Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland, unter anderem zum fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, in der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags. mehr

Gerechtigkeitspolitische Handlungsfelder in Deutschland: relevante Probleme angemessen angehen
IW policy paper, 19. Juni 2017

Christina Anger / Michael Hüther / Hans-Peter Klös / Judith Niehues / Klaus-Heiner Röhl / Holger Schäfer Gerechtigkeitspolitische Handlungsfelder in DeutschlandArrow

Zentrale verteilungspolitische Indikatoren in Deutschland haben sich seit dem Jahr 2005 wieder normalisiert oder sogar strukturell verbessert. Dennoch bleiben mindestens drei zentrale Herausforderungen. mehr

2. Juni 2017

Hagen Lesch Mindestlohn bringt Tarifbindung in GefahrArrow

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de