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Die Infrastruktur in Ostdeutschland ist gut ausgebaut, die Arbeitslosenquote einstellig und die Wirtschaftsstruktur hat sich der westdeutschen angenähert. Für viele ist der Aufbau Ost damit so gut wie abgeschlossen. Und das, obwohl die Wirtschaftsleistung, also das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner, bislang nur 67 Prozent des Westniveaus erreicht.

Wer aber die ökonomische Entwicklung in den neuen Ländern nur durch die BIP-Brille betrachtet, sieht nicht das ganze Bild. Das zeigt der IW-Einheitsindex, der neben der Wirtschaftsleistung je Einwohner auch die Produktivität, den Kapitalstock, den Anteil Hochqualifizierter aus Forschung und Entwicklung, die Erwerbsbeteiligung sowie die Arbeitslosen- und Selbstständigenquote berücksichtigt. Auf Basis dieser Kriterien haben die neuen Länder gegenüber dem Westen bis 1996 schnell aufgeholt, dann gab es bis zum Jahr 2000 eine Stagnation. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Index wieder positiv entwickelt und stieg zuletzt auf 74 Prozent des westdeutschen Durchschnitts. Die Erfolgsstory geht also Schritt für Schritt weiter.

Gleichwohl weist die Bilanz durchaus blinde Flecken auf. So fehlt es in den neuen Ländern weiterhin an wirtschaftsstarken Ballungsräumen und großen, finanzkräftigen Unternehmen mit vielen Beschäftigten. Immerhin ist die Abwanderung von Arbeitskräften in den Westen gestoppt. Allerdings muss Ostdeutschland nach Einschätzung der IW-Forscher attraktiver für Zuwanderer werden. Denn bislang kommt die Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt den ostdeutschen Flächenländern kaum zugute.

IW-Einheitsindex

Konvergenzindex auf Basis verschiedener Kennzahlen; Westdeutschland = 100

Kennzahlen: Der Index umfasst für Ost- und Westdeutschland (jeweils ohne Berlin) Daten zur gesamten Wirtschaftsleistung, zur Produktivität (nominale Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen), zum Kapitalstock je Einwohner, zum Anteil des FuE-Personals an den Erwerbstätigen, zur Erwerbsbeteiligung, zur Selbstständigenquote und zur Arbeitslosigkeit. Quellen: Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder; Stiftung Wissenschaftsstatistik; Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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