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Gesetzliche Krankenversicherung IW-Nachricht 23. Mai 2012

Wettbewerb um Boni

Mehr Preiswettbewerb zwischen AOK und Co. verhindert, dass einzelne Kassen über Gebühr hohe Rücklagen bilden. Davon profitieren sowohl die kostenbewussten Mitglieder als auch die effizient wirtschaftenden Kassen. Voraussetzung ist aber, dass der Beitragssatz zur Krankenversicherung sinkt.

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Die Gesetzliche Krankenversicherung schwimmt im Geld – tatsächlich sind es aber vor allem einzelne Kassen. Denn von dem 9,5 Milliarden Euro schweren Polster des Gesundheitsfonds verbleiben nach Abzug der gesetzlichen Mindestreserve und der Rückstellung für den zusätzlichen Sozialausgleich nur rund 4,5 Milliarden Euro Überschuss. Aber weitere knapp 10 Milliarden Euro schlummern auf den Konten einzelner Krankenkassen. Laut Gesetz dürfen die Krösusse unter den gesetzlichen Krankenversicherern aber nur das 1,5-Fache einer Monatsausgabe als Rücklage horten. Die Versicherungsaufsicht ist bereits auf den Plan gerufen.

Statt über den Umweg des Aufsichtsrechts können die wohlhabenden Kassen auch auf direktem Weg dazu gebracht werden, überschüssige Rücklagen an die Mitglieder zurückzuzahlen. Sobald der Gesundheitsminister den Beitragssatz so weit senkt, dass die Mittel aus dem Gesundheitsfonds weniger als 100 Prozent decken, müssen klamme Kassen Zusatzprämien erheben. Im Wettbewerb um Marktanteile dürften dann aber nicht nur jene Kassen die Nase vorne haben, die aufgrund ihrer bisher gesammelten Rücklagen zunächst auf eine Prämie verzichten können. Vor allem solche, die Beiträge zurück erstatten können, dürften gewinnen.

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