1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Verwirrung um Zahlen
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Arbeitszeiten IW-Nachricht 30. Juli 2009

Verwirrung um Zahlen

Anfang der Woche veröffentlichte das European Industrial Relations Observatory eine Studie zu den tariflichen und tatsächlichen Arbeitszeiten in der EU. Zunächst hieß es in der Presse, „Deutsche arbeiten weniger“ – was bezogen auf die tariflichen Jahresarbeitszeiten einschließlich Urlaub und Feiertage stimmt.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Nun beklagen die Gewerkschaften, tatsächlich  wären die deutschen Wochenarbeitszeiten – einschließlich Überstunden - so lang wie kaum sonstwo in Europa. Das müsse sich ändern. Die Arbeitszeitdebatte kommt indes zur Unzeit, zumal die Daten den Stand des Jahres 2008 widerspiegeln. Heute wären Kurzarbeiter froh, wenn sie länger arbeiten dürften; und auch ehemaligen Überstündlern wäre es lieber, wenn sie wieder etwas mehr Geld in der Tasche hätten.

Dass im Übrigen die tatsächlichen Arbeitszeiten von den tariflichen abweichen, ist nicht neu. Auf dem Papier standen im dritten Quartal 2008 im Schnitt 37,6 Stunden Arbeit pro Woche, tatsächlich waren es 3,6 Stunden mehr. Durch die Wirtschaftskrise dürfte sich das Bild in diesem Jahr drastisch wandeln. Weniger Überstunden und mehr Kurzarbeit werden die tatsächlich geleistete Arbeitszeit drücken. Die IG Metall will dies zum Anlass nehmen, im Herbst eine neue Arbeitszeitdebatte anzustoßen. Weniger Auslastung bedeute, dass die Arbeit neu umverteilt werden müsse.

Angesichts des Mangels an Fachkräften, der sich - demografisch bedingt – in den nächsten Jahren verstärken wird, überrascht dieser Ansatz. Aufgrund der unterschiedlichen Qualifikationen und Anforderungen lässt sich Arbeit in vielen Fällen nicht einfach umverteilen. Wenn die Bänder langsamer laufen, können Bandarbeiter nicht mal eben in die Entwicklungsabteilung wechseln.

Außerdem ruht in Deutschland aufgrund der vielen Freizeit die Arbeit sowieso schon auf mehr Schultern: Denn nur in Schweden gibt es mehr Urlaubstage als hierzulande. Die Unternehmen müssen also mehr Personal vorhalten, damit genügend Reserven für die Urlaubsvertretung da sind.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Es drohen Wohlstandsverluste in Milliardenhöhe
Michael Hüther / Michael Grömling / Jürgen Matthes / Oliver Stettes Pressemitteilung 11. November 2021

Bye-Bye Baby-Boomer: Es drohen Wohlstandsverluste in Milliardenhöhe

Die Baby-Boomer gehen in Rente. Das bremst das Wachstum, weshalb die neue Bundesregierung sich des Themas annehmen muss – und es geht um viel: Mit einer innovations- und investitionsfreundlichen Politik kann der Lebensstandard im Jahr 2035 um rund 3.000 Euro ...

IW

Artikel lesen
Barbara Engels IW-Kurzbericht Nr. 72 1. Oktober 2021

Kaum Dienstreisen während Corona: Unternehmen sparen 11 Mrd. Euro

Die meisten Unternehmen führen seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich weniger Dienstreisen durch als vorher. Stattdessen finden viele Meetings virtuell statt. Allein im Jahr 2020 haben die Unternehmen dadurch 11 Milliarden Euro eingespart.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880