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IW-Nachricht 18. Januar 2010 Spendenbereitschaft

Solidarität in Krisenzeiten

Die katastrophale Lage auf Haiti und die erschütternden Bilder aus dem Erdbebengebiet haben weltweit eine Spendenflut ausgelöst. Auch im Jahr 2009 ist trotz Wirtschaftskrise das Spendenaufkommen in Deutschland insgesamt gestiegen.

Zuletzt haben die Deutschen je nach Schätzung zwischen 3 und 6 Milliarden Euro jährlich aufgebracht, vor allem für soziale und kulturelle Einrichtungen und internationale Hilfsorganisationen. Allerdings sank die Zahl der Spender zwischen 2008 und 2009 um knapp 10 Prozent. Dafür stieg die Spendenhöhe nach Angaben des Emnid-Spendenmonitors pro Kopf deutlich von 102 auf 115 Euro und erreichte damit den zweithöchsten Wert der letzten 15 Jahre.

Von der Spendenfreude profitieren vor allem kirchliche Spendenorganisationen, bei Naturkatastrophen aber auch technische Hilfswerke oder das Rote Kreuz. Hintergrund: Christen spenden doppelt so häufig wie konfessionslose Bundesbürger. Von denjenigen, die ihre Bindung an die Kirche als besonders eng beschreiben, geben sogar über 80 Prozent freiwillig etwas für Bedürftige ab. Die Spender können bei den bekannten Organisationen mit Spendensiegel auch davon ausgehen, dass ihre Spende bei den Betroffenen ankommt, denn maximal 35 Prozent darf für Verwaltung und Bürokratie verwendet werden, bei vielen ist es noch deutlich weniger. Am besten spendet man aber ohne Angabe eines bestimmten Zwecks. Dann kann die Hilfe auch für Bedürftige verwendet werden, die aktuell nicht im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit stehen, aber genauso leiden und wo die Hilfe ohne logistische Probleme ankommt.

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