1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Homeoffice-Pflicht ist unangebracht
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Oliver Stettes IW-Nachricht 11. Januar 2021

Homeoffice-Pflicht ist unangebracht

Verpflichtendes Homeoffice wäre ein gravierender Eingriff in die betriebliche Disposition, für den die Grundlage fehlt. Zudem ist nicht überall möglich oder gar sinnvoll, dauerhaft von zuhause aus zu arbeiten.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mit steigenden Infektionszahlen werden in Teilen der Politik die Rufe nach einer Homeoffice-Pflicht lauter. Dabei wird aber übersehen, dass die Verlagerung der beruflichen Aufgaben in die vier Wände ihrer Beschäftigten bereits seit Beginn der Pandemie eine der wichtigsten Corona-Maßnahmen der Unternehmen darstellt. Eine Pflicht wäre ein enormer Eingriff in die betriebliche Dispositionshoheit – und das, obwohl es keine Evidenz gibt, dass Arbeitsstätten Infektionsherde waren (mit Ausnahme der Fleischindustrie, die nicht ins Homeoffice verlegbar ist).

Unternehmenskultur und Innovationsfähigkeit bleiben außen vor

Darüber hinaus kann Homeoffice die Produktivität erhöhen – sofern es freiwillig geschieht. Verpflichtendes, dauerhaftes Homeoffice wirkt dagegen gegenteilig, vernachlässigt zudem die Bedeutung für Innovationsfähigkeit und Unternehmenskultur. Beide Faktoren können nicht dauerhaft von Substanz leben. 
Repräsentative Befragungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von Mitte September zeigten darüber hinaus, dass knapp drei Viertel der Beschäftigten, bei denen die Tätigkeit dies grundsätzlich zuließ, auch im Homeoffice arbeiteten. Die Anzahl der Homeoffice-Tage dürfte zwar etwas geringer gewesen sein als noch im ersten Lockdown. Allerdings ist zu erwarten, dass die Verbreitung von Homeoffice und die Nutzungsintensität derzeit angesichts der steigenden Infektionszahlen wieder zunehmen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Schulschließungen. 

Arbeitsschutzregeln setzen Standards

Allerdings kann es auch aktuell Fälle geben, wo auf das Homeoffice verzichtet werden muss, weil zum Beispiel die IT-Infrastruktur am heimischen Arbeitsplatz nicht ausreichend ist, Datensicherheit und Datenschutz nicht gewährleistet werden können oder arbeitsorganisatorische Gründe die Anwesenheit erfordern. Dies gilt auch dort, wo der Staat selbst als Arbeitgeber auftritt. Für diese Fälle, aber auch für die Mehrheit der Tätigkeiten, die sich grundsätzlich nicht in das heimische Büro verlagern lassen, existieren mit den Sars-Cov-2-Arbeitsschutzregeln des Bundesarbeitsministeriums bereits Standards, die Unternehmen zur Verringerung des Infektionsrisikos auf der Arbeit verantwortungsbewusst umsetzen. 
 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Es drohen Wohlstandsverluste in Milliardenhöhe
Michael Hüther / Michael Grömling / Jürgen Matthes / Oliver Stettes Pressemitteilung 11. November 2021

Bye-Bye Baby-Boomer: Es drohen Wohlstandsverluste in Milliardenhöhe

Die Baby-Boomer gehen in Rente. Das bremst das Wachstum, weshalb die neue Bundesregierung sich des Themas annehmen muss – und es geht um viel: Mit einer innovations- und investitionsfreundlichen Politik kann der Lebensstandard im Jahr 2035 um rund 3.000 Euro ...

IW

Artikel lesen
Barbara Engels IW-Kurzbericht Nr. 72 1. Oktober 2021

Kaum Dienstreisen während Corona: Unternehmen sparen 11 Mrd. Euro

Die meisten Unternehmen führen seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich weniger Dienstreisen durch als vorher. Stattdessen finden viele Meetings virtuell statt. Allein im Jahr 2020 haben die Unternehmen dadurch 11 Milliarden Euro eingespart.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880