1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Jede Menge Aufgaben
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Griechenland IW-Nachricht 29. Juni 2011

Jede Menge Aufgaben

Die Griechen haben zwar dem Sparpaket zugestimmt – doch die wirklichen Herausforderungen kommen erst noch. Denn trotz leerer Kassen muss die hellenische Wirtschaft wieder wachsen. Immerhin gibt es dafür mehrere Ansatzpunkte.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Zunächst einmal ist ein Investitionsprogramm nötig, das sich vorwiegend aus den schon bestehenden EU-Töpfen und neuen Krediten der Europäischen Investitionsbank finanzieren ließe. Schon ein rund 10 Milliarden Euro schweres Paket, das sich über zwei oder mehr Jahre erstrecken könnte, würde fürs erste reichen für die kleine griechische Wirtschaft, die auf ein Bruttoinlandsprodukt von 230 Milliarden Euro kommt. Das würde Griechenland wichtige kurzfristige Wachstumsimpulse geben und wäre – bei einer Investition in zukunftsträchtige Wirtschaftsstrukturen – auch langfristig gut angelegtes Geld.

Doch auch das griechische Reformprogramm selbst wird, wenn es denn konsequent umgesetzt wird, in einigen Jahren neue und starke Impulse schaffen. Denn es geht vielen stark regulierten Märkten an den Kragen und löst alte Verkrustungen der griechischen Wirtschaft auf. Die Erfahrung mit vielen anderen Ländern zeigt: Solche Reformen führen zwar kurzfristig häufig in ein Tal, danach geht es wirtschaftlich aber wieder kräftig aufwärts. Diese Perspektive muss die Regierung in Athen ihren Bürgern offensiv aufzeigen, damit die Menschen dort wieder eine Perspektive sehen.

Zusätzlich müssen Papandreou und Co. für mehr Steuergerechtigkeit sorgen. Wohlhabende sollten stärker an der Finanzierung des defizitären Staates beteiligt werden. Auch sollten die politische Führungsriege den Mut haben, klar zu sagen, dass so gut wie alle Griechen in den Jahren vor der Krise durch weit überzogene Lohnerhöhungen von einem Boom profitiert haben, der weitgehend auf Pump aus dem Ausland finanziert war.

Nicht zuletzt ist die Einsicht vonnöten, dass es keine Alternative zum harten Kurs der Regierung gibt. Denn allein zwischen 2005 und 2009 stiegen die Staatsausgaben in Griechenland um sage und schreibe 9 Prozentpunkte von 43,8 Prozent auf 52,7 Prozent des BIP.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs
Michelle Koenen / Gero Kunath / Thomas Obst IW-Report Nr. 40 11. August 2022

Europa an der Schwelle zur Rezession?

Die Europäische Union (EU) sieht sich innerhalb kürzester Zeit mit zwei großen und historisch einmaligen Krisen konfrontiert. Die Corona-Krise führte zu asymmetrischen wirtschaftlichen Auswirkungen in der EU. Maßgeblich für die konjunkturelle Entwicklung ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther in Die Politische Meinung Gastbeitrag 28. Juli 2022

Teuerung auf breiter Front: Das Risiko der Stagflation in der Eurozone

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat in Deutschland und in der Eurozone die Konsumentenpreisinflation historische Höhen erklommen. Diese Entwicklung gründete auf einen bereits seit dem Jahresanfang 2021 zu beobachtenden Prozess der ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880