1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Hartnäckiges Vorurteil
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Aufstocker IW-Nachricht 15. Mai 2011

Hartnäckiges Vorurteil

Immer mehr Menschen müssen ihren Lohn durch ALG II aufstocken – so war es zuletzt in vielen Zeitungen zu lesen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Immer mehr ALG-II-Empfänger stocken ihre Stütze durch einen Nebenjob auf.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als ob für immer mehr Menschen das Arbeitseinkommen nicht reicht, um über die Runden zu kommen. Die Zahl der Erwerbstätigen, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen Arbeitslosengeld II erhalten, ist im Jahr 2010 auf fast 1,4 Millionen gewachsen. Drei Jahre zuvor waren es noch 160.000 weniger. Die Zunahme liegt indes nicht daran, dass die Beschäftigten einen zu geringen Lohn erhalten und sie dementsprechend auf ergänzende Zahlungen vom Job-Center angewiesen sind. Vielmehr hat sich die Zahl derer erhöht, die sich zu ihrem ALG II in geringem Umfang etwas hinzuverdienen. Zwei Drittel der sogenannten Aufstocker sind lediglich teilzeitbeschäftigt, über ein Drittel macht sogar nur einen Mini-Job.

Auf der anderen Seite sind nur rund 311.000 Personen trotz einer Vollzeitbeschäftigung auf ergänzende Hilfe angewiesen, zum Beispiel weil sie einen großen Haushalt zu versorgen haben. Das entspricht gerade einmal 14,7 Promille der insgesamt Vollzeitbeschäftigten. Überdies heißt es immer wieder, die Zahl der Arbeitnehmer, die trotz Vollzeitjob nicht von ihrem Lohn leben könnten, nehme enorm zu. Das Gegenteil ist der Fall: Im Jahr 2007 gab es noch 351.000 vollzeitbeschäftigte Aufstocker, was 16,9 Promille der Beschäftigten entsprach.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Es wird nicht ohne längere Arbeitszeit gehen
Jochen Pimpertz IW-Nachricht 3. November 2021

Rentenerhöhung: Es wird nicht ohne längere Arbeitszeit gehen

2022 sollen die gesetzlichen Renten um mehr als fünf Prozent steigen. Was viele Rentner freut, belastet die Beitragszahler zusätzlich – und schafft künftig Probleme bei der Finanzierung, die jetzt gelöst werden müssen, um kommende Generation nicht zu ...

IW

Artikel lesen
Jochen Pimpertz IW-Policy Paper Nr. 24 30. September 2021

Gesetzliche Krankenversicherung nach der Wahl

Ein überproportional starkes Wachstum der Pro-Kopf-Ausgaben prägt die gesetzliche Krankenversicherung. Mit der Alterung der geburtenstarken Jahrgänge wird sich dieser Trend noch verstärken. Steigende Finanzierungserfordernisse werden aber in dem ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880