1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Finger weg von der Rentenformel
Zeige Bild in Lightbox Finger weg von der Rentenformel
(© Foto: Photographer: Ocskay Bence - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Rentenanpassung IW-Nachricht 13. März 2008

Finger weg von der Rentenformel

Die Bundesregierung will den Rentnern ein vorzeitiges Wahlgeschenk bereiten. Statt der regulär zu erwartenden 0,5 Prozent soll es zum Juli 1 bis 1,2 Prozent mehr aufs Konto geben. Was der Minister verschweigt: Extraausgaben von fast 1,4 Milliarden Euro kommen die Beitragszahler auf Dauer teuer zu stehen und gefährden mittelfristig das gesetzliche Beitragssatzziel.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Höchstens 20 Prozent darf der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis zum Jahr 2020 betragen. Um das zu gewährleisten, musste der Gesetzgeber die Rentenanpassungsformel mehrfach ergänzen. So sorgen Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor dafür, dass die Renten nicht mehr eins zu eins mit der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte Schritt halten. Die Erhöhung des Riester-Faktors soll nun laut Regierungsplänen aber für zwei Jahre ausgesetzt werden, um den Ruheständlern ab Juli ein größeres Plus zu bescheren.

Gänzlich vergessen wird dabei, dass die Rentner trotz dreier Nullrunden von 2004 bis 2006 und einem mageren Plus von 0,54 Prozent am 1. Juli 2007 von der Rentenformel profitiert haben. Denn formal hätten die Ruheständler sogar mehrfach Kürzungen hinnehmen müssen – bis heute um insgesamt 3,1 Prozent in West- und 2,1 Prozent in Ostdeutschland. Doch davor schützt die Niveausicherungsklausel. Erst ab 2011 sollen die bislang ausgesetzten Rentenminderungen Schritt für Schritt nachgeholt werden. Bis dahin kostet dies die Beitragszahler mehr als 6 Milliarden Euro jährlich.

Das neuerliche Geschenk an die Ruheständler belastet die Rentenversicherung um weitere 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Im Beitragssatz schlägt sich das zwar erst mal nicht nieder, denn die notwendigen Mittel können aus der Schwankungsreserve entnommen werden. Sollte sich aber das konjunkturelle Bild wieder eintrüben, dann fehlen Gelder, um Einnahmeschwankungen auszugleichen. Ursprünglich war sogar davon die Rede, dass diese Schwankungsreserve bis 2011 soweit gefüllt wird, dass dann der Beitragssatz gesenkt werden kann. Solch eine Entlastung rückt jetzt jedoch in weite Ferne.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Es wird nicht ohne längere Arbeitszeit gehen
Jochen Pimpertz IW-Nachricht 3. November 2021

Rentenerhöhung: Es wird nicht ohne längere Arbeitszeit gehen

2022 sollen die gesetzlichen Renten um mehr als fünf Prozent steigen. Was viele Rentner freut, belastet die Beitragszahler zusätzlich – und schafft künftig Probleme bei der Finanzierung, die jetzt gelöst werden müssen, um kommende Generation nicht zu ...

IW

Artikel lesen
Jochen Pimpertz IW-Policy Paper Nr. 24 30. September 2021

Gesetzliche Krankenversicherung nach der Wahl

Ein überproportional starkes Wachstum der Pro-Kopf-Ausgaben prägt die gesetzliche Krankenversicherung. Mit der Alterung der geburtenstarken Jahrgänge wird sich dieser Trend noch verstärken. Steigende Finanzierungserfordernisse werden aber in dem ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880