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Entwicklung der Länder IW-Nachricht 30. November 2010

Der Weg aus der Krise

Der schwere Wirtschaftseinbruch von 2009 betraf vor allem die Industrie. Insofern verwundert es nicht, dass industriestarke Länder wie das Saarland und Baden-Württemberg mit Rückgängen der Wirtschaftsleistung von 7 bis 8 Prozent am schwersten betroffen waren, während die Dienstleistungs- und Arbeitslosenhauptstadt Berlin mit einem Minus von 0,7 Prozent glimpflich davon kam.

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Im aktuellen Aufschwung lag das Ländle dafür mit einem Plus von 5 Prozent im ersten Halbjahr in Führung, doch auf den Plätzen zeigen sich durchaus interessante Entwicklungen. Auf Platz 2 des Aufschwungrankings lag im ersten Halbjahr 2010 das Saarland mit knapp 5 Prozent Wachstum, wie beim südlichen Nachbarn Baden-Württemberg eine Reaktion auf den Absturz 2009. Doch auf Rang 3 folgt Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während das Industrieland Nordrhein-Westfalen mit 2,9 Prozent Wachstum etwas zurückfällt.

Die neuen Bundesländer waren im Vorjahr mit einem BIP-Rückgang von knapp 3 Prozent deutlich besser davongekommen als die Westländer. Sie mussten im ersten Halbjahr 2010 aufgrund ihres geringeren Industriebesatzes aber auch mit einem etwas schwächeren Aufschwung leben. Die Einzelbetrachtung zeigt aber, dass beispielsweise Thüringen mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent sogar besser als Bayern abschneidet. Rund um die High-Tech-Schmiede Jena ist auch die Arbeitslosigkeit mit aktuell nur noch gut 8 Prozent auf dem Weg Richtung „Westniveau“.

Demgegenüber kommen die beiden industrieschwachen Nordländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit einem halben Prozent Wachstum im ersten Halbjahr gleichermaßen nicht vom Fleck. Es ist absehbar, dass Nord-Süd-Unterschiede in der regionalen Entwicklung Deutschlands zukünftig eine größere Rolle als Ost-West-Differenzen spielen.

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