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Demografischer Wandel IW-Nachricht 31. Mai 2013

Wachstumsbremse

In Deutschland lebten im Mai 2011 insgesamt 80,2 Millionen Menschen – das sind rund 1,5 Millionen weniger als bislang gedacht. Besonders stark verschätzte sich die amtliche Statistik in der Zahl der Einwohner mit Migrationshintergrund. Sie ist um knapp 1 Millionen niedriger als bisher ausgewiesen. Ein Grund: Seit dem letzten Zensus 1987 sind mehr Menschen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt als angenommen. Dabei ist gerade die Attraktivität Deutschlands für qualifizierte Zuwanderer wichtig, um langfristig Wachstum und Wohlstand zu sichern.

Unter den 80 Millionen Einwohnern in Deutschland befinden sich rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Aufgrund des demografischen Wandels wird vor allem die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund in den nächsten Jahrzehnten besonders stark schrumpfen - rund 45 Prozent sind 50 Jahre oder älter. Der Anteil der älteren Migranten beträgt hingegen nur 25 Prozent.

Um die Zahl der Einwohner hierzulande zu stabilisieren, ist es wichtig, Deutschland für Zuwanderer attraktiv zu machen. Untersuchungen des IW Köln zeigen, dass durch eine Zunahme der jährlichen Nettozuwanderung um 100.000 die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) langfristig um 0,2 Prozentpunkte zunimmt. Dies lohnt sich auch für den Einzelnen, da auch das BIP je Einwohner und damit der Wohlstand durch Zuwanderung steigen. Der Effekt ist umso höher, je besser qualifiziert die Zuwanderer sind und je besser sie in den Arbeitsmarkt integriert sind. Deutschland sollte also die Willkommens- und Anerkennungskultur stärken, um sowohl die Bevölkerungsgröße zu stabilisieren als auch Wachstum und Wohlstand zu sichern.

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