1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Beschäftigungsplus wird unterschlagen
Zeige Bild in Lightbox Beschäftigungsplus wird unterschlagen
(© Foto: contrastwerkstatt - Fotolia)
IMK-Studie IW-Nachricht 4. März 2008

Beschäftigungsplus wird unterschlagen

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans Böckler Stiftung stellt in einer aktuellen Studie fest: Der Aufschwung kam bisher allein den Beziehern von Gewinn- und Vermögenseinkommen zugute. Schuld daran seien die höheren Importpreise, die sinkenden Staatstransfers, aber auch die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre.

Dass der Aufschwung vielen Arbeitslosen wieder zurück in den Beruf geholfen hat und somit die Lohnzurückhaltung hunderttausendfach Früchte trägt, wird von den Gewerkschaftsforschern jedoch kleingeredet. Der gegenwärtige Aufschwung hat zweifellos einer Gruppe geholfen: den Arbeitslosen. Während im letzten Aufschwung vor allem Minijobs entstanden, hat in diesem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kräftigst zugelegt. Gegenüber dem letzten Aufschwung ergibt sich ein Plus von 14 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ging – dies räumt sogar das IMK ein - um das 1,3-Fache zurück.

Schätzungen des IW Köln zeigen, dass die Lohnzurückhaltung hierauf einen ganz entscheidenden Einfluss hatte: Seit Mitte der neunziger Jahre sind durch die maßvollen Lohnabschlüsse knapp 880.000 Stellen gesichert worden. Außerdem gilt es, wenn man über das "Ankommen des Aufschwungs" bei den Beschäftigten redet, zu differenzieren: Von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie haben die Mitarbeiter etwa der Metall- und Elektroindustrie in den beiden letzten Lohnrunden bereits ordentlich profitiert. Die gestiegenen Einkommen werden sich mit dem Auslaufen des dämpfenden Mehrwertsteuererhöhungseffektes auch positiv auf binnenwirtschaftliche Sektoren wie den Einzelhandel auswirken. Dadurch werden auch in diesen Sektoren die Voraussetzungen geschaffen, um die Löhne der Mitarbeiter zu erhöhen.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wehende Flaggen vor der Abgeordnetenkammer Luxemburgs: Nirgendwo sonst sind die Europäer so reich wie im Großherzogtum
Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Pressemitteilung 5. Juni 2024

Europawahl: Wie wohlhabend die Deutschen im EU-Vergleich sind

In welchem Land der Europäischen Union (EU) sind die Einkommen am gleichmäßigsten verteilt und wo können sich Menschen von ihrem Geld am meisten leisten? Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht diesen Fragen nach, eine interaktive ...

IW

Artikel lesen
Judith Niehues / Maximilian Stockhausen IW-Kurzbericht Nr. 32 5. Juni 2024

Einkommensverteilung in Europa: Wo stehen wir?

Werden Armutsgefährdungsquoten auf Basis nationaler Schwellenwerte herangezogen, stechen insbesondere einige osteuropäische Länder mit sehr niedrigen Quoten hervor.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880