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Bereits im August 2012 hat es die Bundesregierung Unternehmen mit der „Blauen Karte“ leichter gemacht, Akademiker aus Drittstaaten zu rekrutieren. Mit der neuen Beschäftigungsverordnung rücken nun Facharbeiter mit abgeschlossener Berufsausbildung in den Fokus ihrer Bemühungen: Wer in Deutschland arbeiten darf, entscheidet eine sogenannte Positivliste, die all jene Qualifikationen umfasst, für die es zu wenige Fachkräfte am hiesigen Arbeitsmarkt gibt – zum Beispiel Pflegekräfte und MINT-Berufe. Allerdings, so legt es die Verordnung fest, müssen Facharbeiter aus Drittstaaten einen ausländischen Ausbildungsabschluss vorweisen, der mit einer deutschen Berufsausbildung vergleichbar ist. Ob ein Abschluss anerkannt wird oder nicht, entscheiden hierzulande die zuständigen Stellen wie die Handwerkskammern und die Industrie- und Handelskammern. Da der Zugang zu Informationen über ausländische Berufsbildungssysteme und ausländische Berufsprofile allerdings begrenzt ist, wurde das BQ-Portal geschaffen, das entsprechende Informationen liefert.

Die Neuregelung zum 1. Juli ist ein weiterer Schritt, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken. Gleichzeitig stärkt die Verordnung die Attraktivität Deutschlands im globalen Wettbewerb mit anderen klassischen und neuen Einwanderungsländern. Doch viele dieser Länder sind ebenfalls dabei, ihre Zuwanderungspraxis zu reformieren, um attraktiver zu werden. So befindet sich beispielsweise die USA mitten in der Vorbereitung eines neuen Zuwanderungsgesetzes. Dieses wird die Zahl der Visa und „Green-Cards“ für Absolventen im MINT-Bereich deutlich erhöhen. Auch das Schwellenland Brasilien möchte durch Reformen Fachkräfte des MINT-Bereichs anwerben. Und selbst Japan – ein Land, das traditionell eher von Zuwanderung absieht – strebt danach, Zuwanderungsbarrieren abzubauen, um dem Mangel an medizinischen Fachkräften und Ingenieuren entgegenzuwirken.

Auch deshalb darf Deutschland sein Engagement beim Thema Zuwanderung trotz der sinnvollen neuen Beschäftigungsverordnung nicht reduzieren, sondern muss weiterhin alles dafür tun, für ausländische Fachkräfte attraktiv zu bleiben.

Ausländische MINT-Fachkräfte lindern Fachkräftemangel
Interview, 22. November 2017

Axel Plünnecke in Employland Ausländische MINT-Fachkräfte lindern FachkräftemangelArrow

Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich hat ein neues Rekordhoch erreicht. Ohne die steigende Zahl der ausländischen Beschäftigten wäre er noch wesentlich höher. IW-Ökonom Axel Plünnecke erklärt im Interview mit dem Blog der Vermittlungsplattform Employland, wodurch das Beschäftigungswachstum ausländischer Arbeitnehmer im MINT-Bereich begünstigt wird. mehr

Eckpunkte eines modernen Zuwanderungsrechts
IW policy paper, 17. November 2017

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Deutschland braucht ein modernes Einwanderungsrecht. Einerseits ist das Land zunehmend auf gut ausgebildete Personen aus Drittstaaten angewiesen. Andererseits machen sich viele vorwiegend niedrigqualifizierte Personen ohne Dokumente auf den Weg nach Deutschland, was zu Wanderungsbewegungen führt, die besser gesteuert werden sollten. mehr