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Zuwanderung Quelle: Joachim Opelka – Fotolia

In den vergangenen Monaten war die sogenannte „Armutszuwanderung“ aus Bulgarien und Rumänien ein medialer Dauerbrenner. Dabei gibt es zwar entsprechende Erfahrungsberichte aus einzelnen Kommunen, ein starker Anstieg des Sozialleistungsbezugs von Personen aus diesen Ländern ist jedoch nicht zu beobachten. Hingegen zeigt sich, dass auch Personen aus Rumänien und Bulgarien einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können – und werden. Verschärft Deutschland nun die Zuwanderungsregeln, schreckt das ausländische Fachkräfte ab. Das ist fatal, denn Deutschland ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf Zuwanderer angewiesen.

Ein Teil der geplanten Maßnahmen widerspricht zudem dem europäischen Gedanken. Dies gilt insbesondere für eine Beschränkung des Aufenthalts zur Arbeitssuche. Ein Zeitraum von drei Monaten, wie er im Gespräch ist, reicht zur Arbeitssuche häufig nicht aus. So ist das deutsche Visum zur Arbeitssuche für Akademiker aus Drittstaaten aus gutem Grund auf sechs Monate befristet.

Des Weiteren sind einige Maßnahmen kaum durchsetzbar. Dies betrifft insbesondere die Wiedereinreisesperren. Bulgarien und Rumänien sind zwar noch nicht Teil des Schengen-Raums, eine Wiedereinreise nach Deutschland über andere Schengen-Staaten könnte jedoch kaum verhindert werden. Das Resultat wäre also wahrscheinlich, dass sich die betreffenden Personen nicht mehr in Deutschland anmelden und in die Illegalität abrutschen.

Dennoch sind nicht alle diskutierten Maßnahmen schlecht. So sind verbesserte Integrationsangebote für Zuwanderer, eine Kopplung der Kindergeldzahlungen an die Steueridentifikationsnummer und Verbesserungen bei der Gewerbeaufsicht durchaus sinnvoll. Denn so werden Schwarzarbeit und Scheinselbständigkeit eingeschränkt, was die Marktposition redlicher Unternehmer stärkt.

Ansprechpartner

Arbeit für Flüchtlinge
Gastbeitrag, 22. Juni 2017

Regina Flake in der Welt Arbeit für FlüchtlingeArrow

Wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt, kann Deutschland vom Zuzug profitieren. Den Fachkräfteengpass wird dies aber kurzfristig kaum abmildern, schreibt IW-Ökonomin Regina Flake in einem Gastbeitrag für der Welt. mehr

22. Juni 2017

Berit Schmiedendorf 110.000 neue BundesbürgerArrow

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen. mehr auf iwd.de

MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Frühjahrsreport 2017Arrow

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr