Zuwanderung Image
Quelle: Chepko Danil – Fotolia

Zuwanderung leistet einen immer größeren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands. Zum einen gleicht sie laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts das Geburtendefizit aus, zum anderen vermeidet sie Fachkräfteengpässe: Laut jüngstem MINT-Herbstreport des IW Köln kamen im Jahr 2005 erst 12,8 Prozent der besonders gesuchten MINT-Akademiker aus dem Ausland, 2012 waren es bereits 15,9 Prozent.

Zwar sind auch bei der Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten Erfolge zu verzeichnen, wie der aktuelle Migrationsbericht der Bundesregierung zeigt. Dennoch entfielen 69 Prozent der Zuwanderung nach Deutschland im Jahr 2013 auf die anderen EU-Länder. Kurzfristig ist das ein Segen für Deutschland. Langfristig kann es allerdings zum Problem werden, da auch die anderen EU-Länder vom demografischen Wandel betroffen sind. Verbessert sich dort also die wirtschaftliche Lage, dürfte die EU-Zuwanderung nach Deutschland zurückgehen – und viele einst Eingewanderten kehren voraussichtlich in ihre Heimat zurück.

Deshalb sollte sich Deutschland noch mehr für Fachkräfte aus Drittstaaten öffnen. Das in der Diskussion stehende neue Einwanderungsrecht ist dafür wichtig. Mit ihm sollten die Zugangshürden für Personen, die als Fachkräfte oder zur Ausbildung nach Deutschland kommen wollen, weiter gesenkt werden. Zudem sollten die Regelungen für jene, die über eine Zuwanderung nach Deutschland nachdenken, leicht nachvollziehbar sein.

Hier könnte ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild hilfreich sein. Zuwanderungsinteressierte könnten so relativ einfach ihre Punktzahl ermitteln und wüssten sofort, ob sie für eine Zuwanderung nach Deutschland in Frage kommen oder nicht. Die bisherigen Regelungen des deutschen Aufenthaltsrechts sind für Laien nämlich kaum zu überblicken, auch wenn sich mit der Blauen Karte für Akademiker einiges verbessert hat.

Ein Punktesystem könnte zudem ein Signal in potenzielle Herkunftsländer senden, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und ausländische Fachkräfte willkommen heißt.

Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke: MINT-Herbstreport 2014 – MINT – Attraktive Perspektiven und demografische Herausforderung

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

"Wir sehen erste Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt"
Interview, 24. März 2017

Dirk Werner im Südkurier „Wir sehen erste Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt”Arrow

Zwei Drittel der Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits Flüchtlinge beschäftigt haben, wollen das auch in diesem Jahr wieder tun. Von den Unternehmen, die bislang keine Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht haben, will sich immerhin jedes vierte der Zielgruppe Flüchtlinge öffnen, erklärt IW-Ökonom Dirk Werner im Interview mit dem Südkurier. mehr

23. März 2017

Doppelinterview „Der Papierkram ist für die Unternehmen eine Zumutung“Arrow

Mithilfe von 150 Willkommenslotsen unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium kleine und mittlere Unternehmen in allen praktischen Fragen der Flüchtlingsintegration. Birgit Barfuß ist eine dieser Lotsinnen. Auf ihren Job vorbereitet hat sie das KOFA-Team des IW Köln, zu dem Sarah Pierenkemper gehört. Im iwd-Interview berichten die beiden, welche organisatorischen und kulturellen Hürden bei der Vermittlung von Flüchtlingen zu überwinden sind. mehr auf iwd.de

21. März 2017

Jugendliche mit Behinderung Kein Handicap für die AusbildungArrow

Viele junge Leute mit Handicap absolvieren ihre Ausbildung in einem Berufsbildungswerk oder einer anderen geförderten Einrichtung. Dabei stehen viele Unternehmen einer betrieblichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung durchaus offen gegenüber. Doch oft mangelt es schlicht an Kontakten. mehr auf iwd.de