Eigentor für die Schweiz Image
Quelle: pure.passion.photo – Fotolia

Wirtschaftlich geht es der Schweiz richtig gut: Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag mit 61.900 Euro 2012 nahezu doppelt so hoch wie in Deutschland mit 32.600 Euro. Zudem herrscht beinahe Vollbeschäftigung. So lag die Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt 2013 nur bei 3,2 Prozent. Dieser Wohlstand geht zu bedeutenden Teilen auf die Leistungen von Zuwanderern zurück: 24 Prozent der in der Schweiz Beschäftigten haben keinen Schweizer Pass. In Deutschland sind das nur 9 Prozent.

In einem Volksvotum hat sich die Schweizer Bevölkerung nun für eine Begrenzung der Zuwanderung ausgesprochen. Dabei beinhaltet das Votum sowohl eine Beschränkung der Zuwandererzahl als auch eine Privilegierung von Schweizern bei der Vergabe von Arbeitsplätzen. Dies schreckt nicht nur ausländische Fachkräfte ab, sondern hat auch weitere negative Konsequenzen für die Unternehmen vor Ort: Können sie bislang relativ unkompliziert Fachkräfte aus dem EU-Ausland einstellen, wird in Zukunft ein aufwendiger und langwieriger Verwaltungsprozess notwendig. In einem Land, dessen Wirtschaftsleistung zu bedeutenden Teilen von Zuwanderern getragen wird, führt dies fast zwangsläufig zu Fachkräfteengpässen und schadet so der wirtschaftlichen Entwicklung.

Deutschland sollte sich von den jüngsten Entscheidungen in der Schweiz deshalb nicht beirren lassen und sich weiter für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen. Denn entsprechende Zuwanderung stabilisiert die öffentlichen Haushalte und stärkt so den Wohlstand in Deutschland.

IW policy paper

Wido Geis / Felicitas Kemeny: 12 gute Gründe für Zuwanderung

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Arbeit für Flüchtlinge
Gastbeitrag, 22. Juni 2017

Regina Flake in der Welt Arbeit für FlüchtlingeArrow

Wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt, kann Deutschland vom Zuzug profitieren. Den Fachkräfteengpass wird dies aber kurzfristig kaum abmildern, schreibt IW-Ökonomin Regina Flake in einem Gastbeitrag für der Welt. mehr

22. Juni 2017

Berit Schmiedendorf 110.000 neue BundesbürgerArrow

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

Holger Schäfer Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei FacharbeiternArrow

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr