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Von Ländern außerhalb Europas kommen jährlich rund 25.000 Zuwanderer für eine dauerhafte Beschäftigung nach Deutschland. Dänemark, Großbritannien und Italien ziehen bezogen auf ihre Bevölkerungszahl fünf- bis zehnmal so viele Zuwanderer an, bescheinigt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Allerdings hat die OECD nur den Zeitraum bis 2010 untersucht. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der nach Deutschland zugewanderten Arbeitskräfte immerhin auf rund 36.000 Zuwanderer. Auch die im August 2012 eingeführte „Blue Card“ entfaltet bereits ihre Wirkung. Bis heute haben 2.500 Hochqualifizierte eine Aufenthaltserlaubnis über dieses neue Instrument erhalten. Nunmehr müssen ausländische Akademiker nur noch ein Jahresgehalt von 46.400 Euro nachweisen – in Mangelberufen in Höhe von 36.200 Euro. Zuvor hatte die Schwelle bei 66.000 Euro gelegen.

Trotz dieser Erleichterungen wird Deutschland noch immer als schwer zugänglich wahrgenommen. Potenzielle Zuwanderer klagen über die langwierigen Verwaltungsvorgänge. Zwar erteilen deutsche Behörden relativ schnell eine Arbeitserlaubnis – aber nur, wenn die Zuwanderer aus der EU kommen oder in einem Mangelberuf wie Ingenieur und Arzt arbeiten wollen. Ansonsten müssen die Ämter prüfen, ob die Stelle nicht mit einem Bewerber aus Deutschland besetzt werden kann. In diesem Fall liegt die Bearbeitungszeit über dem OECD-Durchschnitt.

Die Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels 2011 hat den Verwaltungsprozess nochmals verzögert. Seitdem erhalten Zuwanderer einen zusätzlichen Ausweis und nicht länger einen Hinweis in ihrem Reisepass. Die Ausstellung kann einige Zeit dauern, denn die neuen biometrischen Ausweise werden nur in Berlin hergestellt. Die OECD kritisiert deshalb zu Recht, dass die Arbeitsweise der deutschen Behörden nicht an die neuen Zuwanderungsregeln angepasst worden ist.

Auch gibt es noch immer keine Möglichkeit, die Aufenthaltsgenehmigung im Internet zu beantragen. Aus Sicht der OECD wäre das System transparenter, wenn die Kandidaten Anträge online stellen und ihren Status verfolgen könnten. Es fehlt in Deutschland also an einer modernen Infrastruktur, um die durchaus fortschrittlichen Zuwanderungsregeln effizient umzusetzen.

Ansprechpartner

Gutachten
Gutachten, 28. September 2017

Markus Körbel / Sarah Pierenkemper / Michael Zibrowius Fachkräftesicherung deutscher Unternehmen im AuslandArrow

Die vorliegende Studie untersucht die Ausbildungsstrategien deutscher Unternehmen in Schwellenländern. Anhand teilstrukturierter Interviews wird exemplarisch auf die Erfahrungen von 16 Unternehmen in sechs Ländern eingegangen, um daraus ableitend Handlungsempfehlungen für die Ausbildung und Fachkräftesicherung im Ausland zu formulieren. mehr

IW-Report
IW-Report, 15. September 2017

Christian Friesl / Wido Geis / Martin Hörmann / Patrick Schellenbauer / Fabian Schnell / Clemens Wallner Migration und Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der SchweizArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. mehr

Dreiländertreffen
Pressemitteilung, 7. September 2017

Dreiländertreffen Demografischer Wandel: Zuwanderung ist nötigArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen sich stärker um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der österreichischen Industriellenvereinigung (IV) und von Avenir Suisse. Die konkreten Lösungswege unterscheiden sich jedoch in den drei Ländern. mehr