Die EZB kuriert nur die Symptome Image
EZB-Chef Mario Draghi Quelle: INSM

Zum ersten Mal sinkt der Leitzins in der Eurozone unter 1 Prozent. Der Leitzins ist der Satz, zu dem sich Banken bei der Europäischen Zentralbank refinanzieren können. Er bildet damit eine Untergrenze für in Euro vergebene Kredite. Der neue Zinssatz von 0,75 Prozent gilt auch für die sogenannten dicken Berthas, also die umfangreichen Refinanzierungsgeschäfte der Zentralbank vom Jahreswechsel. Die EZB hatte den Banken im Dezember und Februar Geld für drei Jahre zum Leitzins angeboten. Die Banken verschafften sich auf diesem Wege rund 1.000 Milliarden Euro.

Hintergrund der jüngsten Zinssenkung ist die schwächelnde Konjunktur in der Eurozone und die Eurokrise, die insbesondere den Banken zu schaffen macht. Der Zinsschritt verbessert die Ertragssituation der Banken und wird mit einiger Verzögerung auch die Finanzierungsbedingungen der Realwirtschaft verbessern.

Die lockere Geldpolitik kann die Krise allerdings nur symptomatisch bekämpfen. Zudem ist keineswegs gesichert, dass die EZB die Zinsen störungsfrei wieder erhöhen und die geschaffene Liquidität wieder einsammeln kann. Im schlimmsten Fall droht langfristig eine Geldentwertung. Zudem kann es zu Fehlinvestitionen kommen, weil sich das viele Geld auch schlechte Projekte sucht.

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Pressemitteilung, 20. September 2017

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Derzeit liegen die Zinsen im Euroraum auf einem Tiefststand. Sollte sich die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer expansiven Geldpolitik verabschieden, könnten viele Firmen in finanzielle Schwierigkeiten kommen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr

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IW-Report, 18. September 2017

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14. September 2017

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Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de