Im Dezember 2015 erhöhte die Fed zum ersten Mal seit neun Jahren ihren Leitzins, die Federal Funds Rate. Jetzt steigt er erneut, auf 0,5 bis 0,75 Prozent. Verglichen mit historischen Mittelwerten ist dies zwar immer noch niedrig, doch die expansive Geldpolitik der Zentralbank, für die niedrige Zinsen das Mittel der Wahl sind, war in den vergangenen Jahren insgesamt sehr erfolgreich: So sank die US-Arbeitslosenquote von 10 Prozent im Dezember 2009 auf aktuell unter 5 Prozent.

Die Märkte erwarten für das kommende Jahr weitere Zinsschritte. Viele Anleger rechnen mit einem Anziehen der Inflation aufgrund der vom designierten US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen. Möglicherweise sind die Märkte aber erneut zu euphorisch: Diese Maßnahmen sind weder verabschiedet, noch ist deren Umfang bekannt. Doch auch ohne die angekündigten fiskalpolitischen Maßnahmen könnte die Fed im kommenden Jahr mehrfach die Zinsen erhöhen. Die verfestigte Konjunktur und der stabile Arbeitsmarkt lassen dies zu. Zudem scheinen sich die Ölpreise zu stabilisieren, so dass die Inflation ansteigen könnte.

Der Euro-Dollar Wechselkurs hat bereits auf die Fed-Politik reagiert – der Euro hat an Wert verloren. Das kann sich positiv auf die europäische Wirtschaft auswirken, denn durch einen schwächeren Euro verbilligen sich Exporte in die USA; Importe werden teurer. Das Exportgeschäft könnte also anziehen, die Inflation im Euroraum steigen. Dies würde der Europäischen Zentralbank den Druck nehmen, ihre Maßnahmen gegen die Niedriginflation verstärken zu müssen. Auch in den Euro-Ländern könnte es also zu einer Zinswende kommen.