Licht am Ende des Tunnels? Image
Quelle: Fotolia

So sanken die Zinsen bei Spanien für zweijährige Anleihen von 6,09 Prozent im November 2011 auf aktuelle 2,7 Prozent. Irland schaffte noch einen weit beeindruckenden Sprung: von 23 Prozent im Juli 2011 auf aktuell 4,5 Prozent. Bei Italien fielen die Zinsen von 7,7 Prozent im November 2011 auf momentan 3 Prozent. Und zuletzt konnte auch Belgien seine Zinsen senken: von 5 Prozent auf aktuell 1,3 Prozent.

Verschiedene Effekte sind verantwortlich für diese Entwicklung: Zum einen hatte die EZB im Dezember vergangenen Jahres den europäischen Banken frisches Geld geliehen, um sie liquide zu halten. Die Banken haben diese Gelder, die sie für 1 Prozent Zinsen bekommen haben, teilweise wieder in Staatsanleihen investiert. Bei den damals hohen Zinsen dieser Papiere war das ein gewinnträchtiges Geschäft. Zum anderen scheinen die Investoren mittlerweile nicht mehr alle Euroländer über einen Kamm zu scheren – sie differenzieren nun zwischen chronisch kranken Staaten und nur erkälteten Staaten. Denn Italien, Irland und Spanien haben deutliche Anstrengungen unternommen, um wieder mehr Wachstum zu verzeichnen.

Staaten wie Portugal und Griechenland müssen dagegen weiter hohe Zinsen zahlen. Bei Griechenland ist das nicht überraschend, schließlich wird momentan sehr offen und laut über einen Staatsbankrott diskutiert. In Portugal liegen die Gründe woanders: Die portugiesische Regierung hat bereits fast alle Sparmaßnahem und Steuererhöhungen ausgereizt, das Land hat kein großes wirtschaftliches Potenzial und hängt mit seinen Exporten am schwachen Handelspartner Spanien.

20. November 2017

Interview mit Michael Sket „Wir können uns in der Eurozone noch nicht zurücklehnen“Arrow

Als es galt, die europäischen Krisenstaaten vor der Pleite und die Währungsunion vor dem Zerfall zu bewahren, stabilisierte Michael Sket, inzwischen Wirtschaftsanalyst für Italien, Malta und Polen bei der EU-Kommission, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen den Staatenverbund mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Im iwd-Interview spricht Sket über Griechenland, das Verhältnis der Deutschen zu den Italienern und die Rolle des Internationalen Währungsfonds. mehr auf iwd.de

17. November 2017

Jürgen Matthes Europa zwischen Komfortzone und KrisenherdArrow

Das Erstarken populistischer Parteien, Terrorangriffe und nicht zuletzt das Brexit-Votum haben die Europäische Union gehörig durcheinandergeschüttelt. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Begeisterung für den europäischen Staatenverbund war schon lange nicht mehr so groß wie heute. Gleichwohl gibt es in vielen Punkten Verbesserungsbedarf. Dieser Beitrag bildet den Auftakt einer Serie zur Zukunft der EU auf iwd.de. mehr auf iwd.de

Brexit-Verhandlungen: „Jeder Deal wäre besser als kein Deal”
Interview, 13. November 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk Brexit-Verhandlungen: „Jeder Deal wäre besser als kein Deal”Arrow

Mit dem bisherigen Gesprächstempo werde es eng für einen kontrollierten Brexit, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Briten hätten mit ihrer bisherigen „Strategielosigkeit” die Chance vertan, die Trennung konstruktiv zu gestalten. mehr