Zeitarbeit-Mindestlöhne Image
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Zu teuer sagen die Verleih- und Entleihbetriebe unisono. Nachdem das Bundesarbeitsgericht (BAG) der Christlichen Tarifgemeinschaft in der Zeitarbeit den Gewerkschaftsstatus aberkannt hat, ist nun aber ein Kompromiss möglich: ein Branchenmindestlohn in der Zeitarbeit. Ein Branchenmindestlohn in der Zeitarbeit stieß lange Zeit auf ein ordnungspolitisches Problem. Weil nicht nur die DGB-Gewerkschaften einen Zeitarbeitstarifvertrag mit den Arbeitgeber ausgehandelt hatten, sondern auch eine Tarifgemeinschaft aus christlichen Gewerkschaften, war unklar, welcher Tarifvertrag denn als Mindestlohn-Tarifvertrag Vorrang haben könnte. Wäre der DGB-Tarif genommen worden, wären die Christlichen Gewerkschaften ihres Rechts beraubt worden, selbst Tarifverträge schließen zu dürfen.

Dieses Problem ist nun aber vom Tisch, weil das BAG der christlichen Tarifgemeinschaft die Tariffähigkeit abgesprochen hat. Damit ist der Weg für einen Mindestlohn-Tarifvertrag in der Zeitarbeit frei, der im nächsten Jahr verhindert, dass nach der vollständigen Öffnung des Binnenmarktes für osteuropäische Arbeitskräfte ausländische Zeitarbeitsfirmen deutsche Tarifstandards unterlaufen können.

Digitaler Wandel: Keine Ausweitung flexibler Beschäftigungsformen
IW-Kurzbericht, 7. September 2017

Oliver Stettes Digitaler Wandel: Keine Ausweitung flexibler Beschäftigungsformen Arrow

Ein spürbarer Wachstumsimpuls der Digitalisierung auf die Verbreitung flexibler Beschäftigungsformen ist nicht zu erwarten. Arbeiten in einem Umfeld 4.0 ist sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union insgesamt unabhängig davon, ob der eigene Arbeitsvertrag befristet ist oder mit einem Zeitarbeitsunternehmen geschlossen wurde. mehr

5. September 2017

Interview mit Hagen Lesch „Schwache Gewerkschaften bringen uns nicht weiter“Arrow

Die Gewerkschaften in Europa haben einen schweren Stand, in fast allen Ländern sinken die Mitgliederzahlen – zum Teil rapide. Warum das eine brisante Entwicklung ist, erläutert Hagen Lesch, Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, im iwd-Interview. mehr auf iwd.de

9. August 2017

Klaus-Heiner Röhl Bürokratie in Deutschland: Die KostenkrakeArrow

Die bürokratischen Belastungen, die die Unternehmen aufgrund von Bundesgesetzen stemmen müssen, sind in den vergangenen zehn Jahren gesunken. Zuletzt kam der Fortschritt in Sachen Bürokratieabbau allerdings nur noch schleppend voran, was angesichts der Flut von neuen Verordnungen kaum verwundert – schließlich verabschiedete allein der Bundestag 2016 annähernd 150 neue Gesetze. mehr auf iwd.de