Chinas Wirtschaftsmodell beruht – wie das deutsche in der Nachkriegszeit – auf einer starken Exportorientierung. Als günstige Exportplattform mit niedrigen Löhnen lockt es viele multinationale Unternehmen an, von deren Technologien es profitiert. Zur Ausfuhrförderung bedient sich die chinesische Regierung vieler Mittel: Subventionen, dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO), aber auch einem gesteuerten Wechselkurs.

Die Achterbahnfahrt des Wechselkurses begann Anfang der 1990er Jahre: Ende 1993 hat China seinen Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar auf einen Schlag um rund ein Drittel abgewertet und dieses Niveau praktisch bis zum Juli 2005 gehalten – obwohl die Exportüberschüsse nach dem WTO-Beitritt im Jahr 2001 deutlich zugenommen hatten und eigentlich eine kräftige Aufwertung fällig gewesen wäre. Erst Mitte 2005 ging es – auf Druck der Amerikaner – bis zum Juli 2008 wieder aufwärts, der Yuan wurde in diesen drei Jahren um rund ein Fünftel aufgewertet. Im Zuge der Finanzkrise wurde der Wechselkurs wieder konstant gehalten. Dahinter stand die Sorge, dass das stark exportorientierte Land allein schon durch den Nachfrageeinbruch im Welthandel genug gebeutelt würde, und dies nicht noch durch eine weitere Aufwertung verschärft werden sollte.

Die neuerliche Lockerung der Wechselkursbindung des Yuan ist zwar ein wichtiges politisches Signal vor dem G20-Gipfel am Wochenende. Doch für deutsche Exporteure ändert sich kurzfristig nur wenig. Zu gering und langsam dürfte die Aufwertung des Yuan erfolgen, die deutsche Produkte in China tendenziell billiger macht. Im Vergleich dazu hat die rund 20-prozentige Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar seit Anfang Dezember 2009 eine ganz andere Größenordnung. Denn wegen der Dollarbindung des Yuan hat der Euro auch gegenüber der chinesischen Währung entsprechend an Wert verloren.