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Längst bedienen deutsche Firmen den chinesischen Markt nicht mehr nur über Exporte, sondern produzieren auch vor Ort. Quelle: Iakov Kalinin – Fotolia

Knapp 9 Prozent der deutschen Importe kommen aus China. Wenn chinesische Produkte nun billiger werden, ist das für die hiesigen Verbraucher auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Doch aus Sicht der deutschen Exporteure ist die Abwertung des Yuans keinesfalls gut.

Gewiss: China kauft Ausfuhrgüter „Made in Germany“ vor allem aufgrund ihrer Qualität und die Produkte sind deshalb weniger abhängig von Preis- und Wechselkursschwankungen. Denn kein Hersteller würde auf die Anschaffung einer deutschen Maschine verzichten, nur weil sie um 5 Prozent teurer geworden ist. Zudem verfolgen viele deutsche Unternehmen mittlerweile eine Zwei-Säulen-Strategie – längst bedienen sie den chinesischen Markt nicht mehr nur über Exporte, sondern produzieren vor Ort. Beispielsweise fertigen deutsche Automobilhersteller nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) mittlerweile mehr Autos im Reich der Mitte als in der gesamten EU außerhalb Deutschlands.

Was die Sorge der deutschen Industrie dennoch rechtfertigt, ist die Tatsache, dass die Yuan-Abwertung von symbolischer Bedeutung ist. Zwar korrigiert sie zumindest teilweise die durch die Bindung an den US-Dollar importierte Aufwertung des Yuan aus dem vergangenen Jahr. Doch letztlich räumt die chinesische Regierung zunehmend auch die Schwäche ihrer Wirtschaft ein. Dies wird die hohe Unsicherheit weltweit weiter steigern, getreu der Devise: Wenn der Riese hustet, zittert die ganze Welt. Als Ergebnis dürfte die Investitionsschwäche weltweit weiter zulegen – und das träfe dann die deutschen Investitionsgüterhersteller unmittelbar. Es ist also nicht die Yuan-Abwertung selbst, die den deutschen Unternehmen die größte Angst macht, sondern das, was dahinter steckt.

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16. März 2017

Baumaschinenindustrie Schwächelnde Exporte schmälern UmsatzArrow

Im Jahr 2015 verzeichneten die Hersteller von Baumaschinen noch ein kräftiges Umsatzplus von 7,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. In den folgenden neun Monaten mussten sie trotz des anhaltenden Baubooms in Deutschland einen Gang zurückschalten. Grund dafür waren vor allem die schwächeren Exporte der Branche. mehr auf iwd.de

24. Februar 2017

Niederlande „Die Niederländer verdanken ihren Wohlstand auch dem freien Handel“Arrow

Seit jeher unterhalten die Niederlande enge wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Die anstehenden Parlamentswahlen werden daran wohl nichts ändern, auch wenn einige niederländische Parteien die EU kritisch sehen, wie Kees van Paridon betont, Professor of Economics an der Erasmus-Universität Rotterdam und derzeit Gastprofessor am Zentrum für Niederlande-Studien an der Universität Münster. mehr auf iwd.de

Im Fadenkreuz: der Überschuss
Gastbeitrag, 20. Februar 2017

Michael Hüther im Handelsblatt Im Fadenkreuz: der ÜberschussArrow

Die deutschen Exporterfolge werden im Ausland kritisch beäugt. Doch wer die Politik zum Handeln auffordert, muss gute Gründe haben. Protektionismus muss sich jedenfalls Deutschland nicht vorwerfen lassen. Ein Gastbeitrag im Handelsblatt von IW-Direktor Michael Hüther. mehr