Verbarrikadiertes Haus in Berlin. Statt neu zu bauen, sollten gerade in Städten leerstehender Wohnraum effizienter genutzt werden. Image
Blick hinter die Barrikaden wagen. Statt neu zu bauen, sollte gerade in Städten leerstehender Wohnraum effizienter genutzt werden. Foto: Robert Herold/iStock

Der neuen Prognose zufolge müsste die Bautätigkeit um rund 75 Prozent gegenüber 2014 zulegen. Bislang hatte das IW Köln mit lediglich 267.000 neuen Wohnungen pro Jahr gerechnet. Doch die reichen nach jüngsten Erkenntnissen der Ökonomen nicht mehr aus – zum einen, weil schon in den Vorjahren zu wenig gebaut wurde; zum anderen wegen der Zuwanderung, die einen zusätzlichen Bedarf von etwa 110.000 Wohnungen pro Jahr verursacht.

Das Problem: In den Ballungsgebieten gibt es nur wenige Baulücken, die noch geschlossen werden können. In strukturschwachen Städten und im ländlichen Raum gibt es zwar genügend Bauland, doch mittelfristig dürfte es dort viel Leerstand geben, wenn die Bautätigkeit jetzt mit Fördermitteln künstlich angekurbelt wird, es die Leute dann aber doch nicht dauerhaft dort hält. „Ziel muss es sein, die vorhandenen Leerstände optimal zu nutzen“, folgert IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer.

Für die Kommunen in Nordrhein-Westfalen hat das IW Köln die Flüchtlingszahlen mit der Anzahl leerstehender Wohnungen verglichen. Dabei zeigen sich je nach Gemeinde höchst unterschiedliche Quoten: Die Spanne reicht von 0,3 Flüchtlingen pro Wohnung in Altena und Gelsenkirchen bis zu über sechs in Schloss Holte-Stukenbrock (siehe interaktive Karte). „Natürlich ist die Qualität der leerstehenden Wohnungen sehr unterschiedlich“, gibt IW-Experte Voigtländer zu bedenken. „Doch auch wenn erst saniert werden muss, steht Wohnraum so deutlich schneller zur Verfügung, als wenn erst neu gebaut werden muss.“

Leere Häuser bieten Chancen

Zahl der Flüchtlinge pro leerstehender Wohnung in den nordrhein-westfälischen Kommunen

Diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schreiben Sie dazu eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de.

Gutachten für die Deutsche Invest Immobilien GmbH

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer: Auswirkungen der erhöhten Zuwanderung auf demographische Prognosen und die Folgen für den Wohnraumbedarf in Deutschland

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Arbeit für Flüchtlinge
Gastbeitrag, 22. Juni 2017

Regina Flake in der Welt Arbeit für FlüchtlingeArrow

Wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt, kann Deutschland vom Zuzug profitieren. Den Fachkräfteengpass wird dies aber kurzfristig kaum abmildern, schreibt IW-Ökonomin Regina Flake in einem Gastbeitrag für der Welt. mehr

22. Juni 2017

Berit Schmiedendorf 110.000 neue BundesbürgerArrow

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Veranstaltung, 22. Juni 2017

Symposium Zeit für mehr Wohneigentum?!?Arrow

Angesichts niedriger Zinsen und eines vermehrten privaten Vorsorgebedarfs hat das Wohneigentum an Attraktivität gewonnen. Gleichzeitig gibt es aber Sorgen über eine Überhitzung des Wohnungsmarktes. mehr