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Weil die Mieten in vielen Ballungszentren steigen, plant die große Koalition die sogenannten Wiedervertragsmieten in Deutschland künftig stärker zu regulieren. Vorgesehen ist, dass die Mieten bei Neuvermietungen nur maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Nach den jüngsten Plänen von Schwarz-Rot sollen Neubauten und sanierte Wohnungen nun aber von dieser Regelung unberührt bleiben.

Diese Ausnahme wird jedoch heftig kritisiert. „Die angebliche Mietpreisbremse hat keinerlei Bremswirkung mehr“, meint beispielsweise die Vorsitzende des Verbraucherschutz-Ausschusses des Bundestags, Renate Künast. Die Leidtragenden des Regierungskompromisses seien die Mieter.

Doch mit ihrer Bewertung sitzt Künast einem Irrtum auf: Gerade eine Mietpreisbremse ohne jede Ausnahmeregelung würde die Mieter treffen. Allein die Diskussionen um eine Mietpreisbremse irritieren viele Investoren. Halten derartige Verunsicherungen an, wird die Schaffung neuen Wohnraums gefährdet. Doch gerade vor dem Hintergrund, dass Wohnungen in vielen Großstädten knapper werden, ist der Bau von Mietwohnungen der einzige Weg, den angespannten Markt zu beruhigen – und den Anstieg der Mietpreise abzuschwächen.

Deshalb ist es im Interesse der Mieter, von einer zu harten Regulierung des Wohnungsmarkts abzusehen. Die geplanten Ausnahmeregelungen helfen dabei, nicht direkt den ganzen Markt zu bremsen, sondern die Investitionsanreize für neuen Wohnraum zu erhalten.

Ideen für eine bessere Wohnungspolitik
Gutachten, 16. Oktober 2017

Michael Voigtländer / Ralph Henger Ideen für eine bessere WohnungspolitikArrow

Die Mieten und Preise in den Großstädten steigen stetig weiter und belasten zunehmend die Haushalte. Ursächlich hierfür ist ein starker Zuzug in die Städte und eine zu geringe Bautätigkeit. Um den Markt wieder zu entspannen, bedarf es daher einer deutlichen Ausweitung der Bautätigkeit, etwa über die Erschließung neuer Stadtviertel. Allerdings braucht dies Zeit, weshalb alternative Konzepte benötigt werden. mehr

Wohngeld
IW-Nachricht, 5. Oktober 2017

Ralph Henger / Judith Niehues Das Wohngeld muss zukunftsfest werden Arrow

Nach der Erhöhung des Wohngeldes ist die Zahl der Wohngeldempfänger zuletzt deutlich angestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt heute berichtet. Die Reform im vergangenen Jahr war überfällig, reicht aber längst nicht aus. Das Wohngeld sollte weiter gestärkt werden. mehr

IW-DREF-Studentenwohnpreisindex
Gutachten, 2. Oktober 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer StudentenwohnpreisindexArrow

Die stetige Zunahme der Studentenzahlen sowie der Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen aus dem In- und Ausland haben zu einer deutlichen Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt geführt. Die Folge sind teils rasant steigende Wohnkostenbelastungen, wie der neue Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Deutschen Real Estate Funds in Kooperation mit ImmobilienScout24 zeigt. mehr