Deutschland ist das Land der Windräder. Allein im Jahr 2009 speisten über 20.000 Windkraftanlagen rund 38 Terawattstunden – 1 Terawattstunde entspricht 1 Billion Kilowattstunden – in das deutsche Stromnetz ein. Das entspricht etwa 6,4 Prozent des Bruttostromverbrauchs hierzulande. Diesen Strom lassen sich die Betreiber der Windräder großzügig vergüten. Für eine im letzten Jahr ans Netz gegangene Anlage ist ein Abnahmepreis von 9,2 Cent pro Kilowattstunde auf 20 Jahre garantiert worden.

Bislang wurden die Windräder an Land aufgestellt, doch jetzt wagen die Windmüller den Schritt auf die offene See. Windparks im Meer versprechen hohe Erträge, doch sie bedeuten auch hohe Investitionen. Die Anlagen müssen ganz anderen Belastungen standhalten als an Land. Der Anschluss an das Stromnetz verursacht ebenfalls hohe Zusatzkosten. Aus diesem Grund ist der garantierte Abnahmepreis mit 15 Cent pro Kilowattstunde auch höher als bei landgestützten Anlagen.

Mit der höheren Vergütung sollen die Investoren auf das Meer gelockt werden, was zu funktionieren scheint. Es sind bereits 25 Windparks vor der deutschen Küste genehmigt, und in nur zehn Jahren sollen Windräder mit einer Leistung von 10.000 Megawatt aufgestellt werden, was knapp 40 Prozent der heutigen Gesamtleistung der Windräder entspricht. Da auf dem Land die guten Standorte weitgehend ausgereizt sind, liegt die Zukunft der Windindustrie mit ihren knapp 90.000 Arbeitsplätzen auf dem Wasser.