Nach wie vor besuchen Kinder mit Migrationshintergrund sehr spät und nur für wenige Stunden am Tag eine Kindertageseinrichtung, das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Auch Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass die Betreuungsquote für unter Dreijährige mit Migrationshintergrund im Jahr 2017 nur bei 20 Prozent lag  bei Kindern ohne Migrationshintergrund sind es 40 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Quoten für jene Drei- bis Sechsjährigen heranzieht, die gar nicht betreut werden: Das betrifft zwei Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund, aber 16 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hat daran leider nichts geändert.

Mit Blick auf die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland ist das besonders problematisch. Denn gerade Kinder mit Migrationshintergrund lernen die deutsche Sprache eher in Krippe und Kindergarten als im Elternhaus. Wie erfolgreich Kinder später in der Schule sind, hängt davon ab, wie gut sie Deutsch sprechen. Deshalb müssen Städte und Gemeinden Familien mit Migrationshintergrund besser über ihre Betreuungsangebote aufklären und beraten. Viele Eltern wissen nicht, welche Möglichkeiten es gibt und wie wichtig der Besuch einer Kindertagesstätte für die Entwicklung des Nachwuchses ist. Auch die zum Teil hohen Kita-Beiträge halten Eltern davon ab, ihre Kinder in Tageseinrichtungen zu schicken. Und selbst wenn die Eltern es wollen, müssen sie zunächst einen Platz finden: Obwohl die Bundesregierung gegensteuert, fehlten nach IW-Berechnungen im Jahr 2017 deutschlandweit noch 300.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Deshalb müssen in den nächsten Jahren noch mehr Kitaplätze geschaffen werden.