Im bisherigen Spitzenjahr 2015 lag die Zahl der Zuwanderer aus EU-Staaten bei 355.000, 2016 waren es 277.000. Auch die Struktur der Herkunftsländer hat sich verändert: Stammten 2015 noch mehr als zwei Drittel der EU-Zuwanderer aus nur vier Herkunftsländern – Bulgarien, Kroatien, Polen und Rumänien – lag der Anteil dieser Länder im vergangenen Jahr nur noch bei 58 Prozent. An Bedeutung gewonnen haben dagegen die südeuropäischen Länder Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien: Ihr Anteil an den Zuwanderern stieg von 16,0 Prozent im Jahr 2015 auf 22,2 Prozent.

Für die deutsche Wirtschaft ist diese Entwicklung sehr positiv, denn die Arbeitskräfte aus EU-Staaten haben in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland geleistet. Und der Bedarf an ausländischen Fachkräften steigt weiter. Insbesondere, wenn im nächsten Jahrzehnt die sogenannten Babyboomer den Arbeitsmarkt verlassen, stehen bei Weitem nicht genügend inländische Nachwuchskräfte zur Verfügung, um die Lücke zu schließen.

Allerdings sind auch die anderen EU-Länder vom demografischen Wandel betroffen. Deshalb wird es künftig immer wichtiger, dass Deutschland auch aus Staaten außerhalb der EU qualifizierte Fachkräfte gewinnt. Bislang arbeiten Personen aus China, Indien und den USA besonders häufig als Experten in der Bundesrepublik, zuletzt kamen jedoch weniger Zuwanderer aus diesen drei Ländern. Deshalb muss Deutschland künftig noch gezielter Fachkräfte im Ausland anwerben und das Einwanderungsrecht diesbezüglich modernisieren.