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Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie nutzen täglich die Leistungen von Zeit- und Werkvertragsunternehmen: Spezialisierte Dienstleister betreiben die Werkskantine oder bewachen das Werksgelände; spezialisierte Zulieferer liefern komplette Komponenten an und sorgen für den reibungslosen Einbau; Logistikunternehmen kümmern sich um An- und Abtransport von Gütern; Ingenieurbüros arbeiten an Entwicklungsprojekten mit; Zeitarbeitsunternehmen stellen Personal für Auftragsspitzen.

Diese Art der Arbeitsteilung ist in einer modernen Volkswirtschaft nicht nur normal, sondern unverzichtbar. Deutschlands Industrieunternehmen wären nicht wettbewerbsfähig, wenn sie von der kleinsten Schraube bis zum Kantinenessen alles selbst herstellen müssten.

Während Zeitarbeitnehmer und Dienstleister statistisch nicht zur Industrie gerechnet werden, ist ein Teil der Werkvertragsarbeitnehmer selbst bei einem Unternehmen der M+E-Industrie beschäftigt – und unterliegt deshalb gegebenenfalls auch dem Metalltarifvertrag.

Die reguläre Beschäftigung ist dabei keineswegs von der flexiblen verdrängt worden. Vielmehr wurde die flexible Beschäftigung zusätzlich zu den Stammbelegschaften aufgebaut: Seit 1995 sind nahezu unverändert 3,6 Millionen Arbeitnehmer in der M+E-Industrie beschäftigt. Und es gibt weder Hinweise auf eine massenhafte Ausweitung missbräuchlicher Werkvertragskonstruktionen noch Belege dafür, dass die Beschäftigten von Werkvertragsunternehmen grundsätzlich schlechter bezahlt oder behandelt werden als die eigenen Mitarbeiter.

Zudem unterliegen 90 Prozent der Zeitarbeitnehmer in der Metallindustrie ebenfalls einem Tarifvertrag, den die Zeitarbeitsunternehmen mit den DGB-Gewerkschaften abgeschlossen haben. Wer also als Zeit- oder Werkvertragsarbeitnehmer beschäftigt ist, kann keinesfalls automatisch als prekär Beschäftigter gelten. Wenn die Gewerkschaften die Entlohnung in Werkvertragsunternehmen – unabhängig von der Branche – für zu gering halten, dann ist es ihre Aufgabe, mit gewerkschaftlicher Basisarbeit für höhere Löhne zu sorgen.

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14. November 2017

Cornelius Bähr M+E-Industrie: Wettbewerb im WandelArrow

Durch die Globalisierung wurden die Karten auf den Gütermärkten neu gemischt. In der Metall- und Elektro-Industrie konnten neue Wettbewerber substanziell Marktanteile hinzugewinnen. Deutschland hat durch eine hohe Exportorientierung und eine starke Integration in grenzüberschreitende Produktionsnetzwerke seine gute Position gehalten. mehr auf iwd.de

2. November 2017

Cornelius Bähr Arbeitsproduktivität wächst kaum nochArrow

Eine hohe Arbeitsproduktivität ist für die Unternehmen der deutschen Metall- und Elektro-Industrie wichtig, um die im internationalen Vergleich hohen Löhne zahlen zu können und dennoch den Standort Deutschland attraktiv zu halten. Doch seit der Finanzkrise fällt das Produktivitätswachstum nur noch gering aus, was den Betrieben zunehmend Sorge bereitet. mehr auf iwd.de

25. Oktober 2017

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Die IG Metall fordert für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie Lohnsteigerungen von 6 Prozent sowie die Möglichkeit einer reduzierten Vollzeit. Ein Tariflohnvergleich zeigt, dass die M+E-Industrie seit der Jahrtausendwende vielen Branchen davongeeilt ist. mehr auf iwd.de