Die Teilnehmer des Pariser Klimagipfels feiern das Abkommen als historischen Erfolg. In der Tat ist ein Dokument, das alle Nationen mittragen, ein ermutigendes Signal für den Klimaschutz. Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt, denn die Gipfelteilnehmer haben nicht vereinbart, wie sie das Ziel einer Erderwärmung von deutlich unter 2 Grad umsetzen werden. Damit der Temperaturanstieg tatsächlich begrenzt wird, müssen die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß die Reduktionslasten verbindlich untereinander aufteilen. Schließlich geht es darum, dass der globale Treibhausgasausstoß sinkt und nicht einfach dorthin verlagert wird, wo die Klimaschutzanforderungen niedrig sind. Konsequenz des Gipfels muss es deshalb sein, dass sich auch die größten asiatischen Emittenten China und Indien beteiligen. Denn gerade diese beiden Länder sind für den massiven Anstieg der Emissionen in den vergangenen Jahren verantwortlich, wie eine interaktive Grafik des IW Köln zeigt.

Solange die Emissionen in China und Indien so stark steigen wie in den vergangenen Jahren, sind die Anstrengungen in anderen Erdteilen umsonst. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich Europa und die USA zurücklehnen können. Im Gegenteil: Die Klimaschutzpotenziale in Asien sind vielfach wesentlich kostengünstiger zu heben als im eigenen Land, und dabei können Europäer und Amerikaner den Chinesen und Indern helfen. Um die entsprechenden Anreize zu schaffen, sollten die Reduktionen im Ausland als Beitrag zur globalen Emissionsvermeidung anerkannt werden. Für das Klima ist es schließlich unerheblich, an welchem Ort CO2 eingespart wird. Nebenbei birgt mehr Klimaschutz in Asien und anderswo Chancen für die Exporteure effizienter Technologien.

Das geeignete Instrument, um Emissionen möglich kostengünstig zu vermeiden, ist der Emissionshandel. Bislang gilt dieser nur in Europa, doch der Teilnehmerkreis ließe sich erweitern. Je mehr Länder und Sektoren mitmachen, desto effizienter lässt sich das Klima schützen. Mit einer steigenden Zahl der Teilnehmer sinkt auch die Gefahr, dass energieintensive Produktion in Staaten ohne Emissionshandel abwandert.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

Kein Grund zur Panik
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Christian Rusche auf n-tv.de Kein Grund zur PanikArrow

Unsichere Zeiten für die deutsche Wirtschaft. Mit den USA und Großbritannien wandeln sich gleich zwei Handelspartner zu Wackelkandidaten. Auf der Suche nach neuen Beziehungen richtet sich der Blick nach China. Ein Gastbeitrag von Christian Rusche, Wissenschaftler im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Chinesische Investoren
IW-Pressemitteilung, 6. Juni 2017

Christian Rusche Chinesische Investoren in KauflauneArrow

Chinesische Unternehmen investieren jährlich Milliarden in Deutschland. Dabei setzen sie immer stärker auf die direkte Übernahme hiesiger Firmen, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Vor allem der Maschinenbau ist im Visier der asiatischen Konkurrenz. mehr