Je Stunde gerechnet stiegen die Bruttolöhne in Deutschland seit dem Jahr 2000 um 19,8 und im öffentlichen Dienst um 20,0 Prozent. Dies geht aus den Zahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hervor. Dass schon nach der ersten Runde zu Warnstreiks aufgerufen wird, scheint mit ver.dis Angst zusammenzuhängen, nach den Fluglotsen weitere Berufsgruppen zu verlieren. Getrieben durch die wachsende Gewerkschaftskonkurrenz haben die Konflikte im öffentlichen Dienst seit 2006 ohnehin zugenommen. In den Jahren 2006, 2009 und 2010 gingen zwischen 47 und 88 Prozent der streikbedingt ausgefallenen Arbeitstage auf das Konto des öffentlichen Dienstes. Nimmt man die anderen Organisationsbereiche von ver.di hinzu (Telekomstreik 2007), ist die Großgewerkschaft seit 2006 für rund 50 Prozent aller Ausfälle verantwortlich.

Öffentlicher Dienst streikt immer häufiger
Öffentlicher Dienst Insgesamt Streiks im 
öffentlichen Dienst in 
Prozent aller Streiks
2000 3.057 10.776 28
2001 0 26.833 0
2002 768 310.149 0
2003 1.893 163.281 1
2004 595 50.673 1
2005 2.904 18.633 16
2006 347.551 428.739 81
2007 100 286.368 0
2008 11.003 150.728 7
2009 58.591 66.454 88
2010 12.670 27.027 47
2008 bis 2010: einschließlich Warnstreiks 
Ursprungsdaten: Bundesagentur für Arbeit

Ansprechpartner

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr

8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Verhandlungsmanagement Mehr Professionalität – weniger EskalationArrow

In einem Tarifkonflikt können durch gutes Verhandeln effiziente Lösungen gefunden werden, die das Arbeitskampfrisiko verringern. Dies verlangt aber eine Professionalisierung des Verhandlungsmanagements. mehr