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Im Jahr 2011 lag das Steueraufkommen auf einem Rekordniveau von 573 Milliarden Euro, 2012 werden voraussichtlich 590 bis 600 Milliarden Euro erreicht. Der amtlichen Steuerschätzung zufolge wird das jährliche Aufkommen bis 2016 schrittweise um weitere 90 Milliarden Euro steigen. Wenn der Staat dennoch Defizite macht, hat er kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem.

Warum momentan wieder einmal gegen die „Vermögenden“ eine Attacke geritten wird, erschließt sich aus sachlichen Gründen eigentlich nicht. Denn die oberen 10 Prozent der Steuerpflichtigen zahlen heute bereits 55 Prozent des Einkommenssteueraufkommens. Das betrifft Einkommen ab rund 70.000 Euro. Zudem muss ein Single mit einem solchen Einkommen in Deutschland schon jetzt einen höheren Anteil seines Einkommens an den Fiskus abführen als im Durchschnitt der OECD-Länder. Eine weitere Steigerung kann qualifizierte Arbeitnehmer zur Abwanderung bewegen. DDR reloaded will aber niemand wirklich.

Anders als oft behauptet, ist Deutschland auch kein „Steuerparadies für Vermögende, Erben und Spekulanten“. In Europa haben 2011 nur Frankreich, Spanien, die Schweiz und Norwegen eine Vermögenssteuer erhoben.

Wer Kapital aus Gerechtigkeitsgründen umverteilen will, darf außerdem nicht vergessen, dass Ersparnisse investiert werden. Kapital ist ein wichtiger Produktionsfaktor und sollte für Konsum jeder Art tabu sein. Genau diesem Konsum wird aber Vorschub geleistet, wenn sich der Staat an Betriebsvermögen vergreift, um damit soziale Wohltaten zu finanzieren.

Die Besteuerung von privatem Geldvermögen geht ebenfalls in die falsche Richtung. Denn es besteht zu großen Teilen aus Vorsorgevermögen, also aus Ansprüchen gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Dieser Vermögensaufbau wird zum Teil sogar einkommenssteuerlich gefördert. Eine Vermögenssteuer auf dieses Kapital wäre absurd.

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Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine Unternehmen
IW-Kurzbericht, 21. April 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine UnternehmenArrow

Ein Flat-Tax-Modell mit einer breiten Bemessungsgrundlage und einem einheitlichen Steuersatz würde die Erbschaftssteuer vereinfachen. Im Vergleich zum jetzigen Recht müssten dann Erben von kleinen und mittleren Unternehmen höhere Steuern zahlen, während große Erb- und Schenkungsfälle in der Regel bessergestellt würden. mehr

"Der Spitzensteuersatz sollte später beginnen"
Interview, 19. April 2017

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Der Wirtschaftsforscher Michael Hüther hat sich für späteren Einsatz des Spitzensteuersatzes ausgesprochen. Jeder elfte deutsche Steuerzahler müsse den Spitzensteuersatz zahlen, darunter seien selbst Facharbeiter, sagte Hüther im Deutschlandfunk. Er fragt: "Ist das wirklich das, was als Spitzensteuersatz gedacht ist?" mehr

Steuerbelastung
IW-Pressemitteilung, 18. April 2017

Steuerbelastung Der Staat langt zuArrow

Jene 30 Prozent, die in Deutschland am meisten verdienen, zahlen rund zwei Drittel der Summe aus Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die untere Einkommenshälfte trägt weniger als ein Fünftel zum Steueraufkommen bei. Insgesamt ist die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben hoch – auch bei durchschnittlichem Einkommen. mehr