5G verspricht superschnelles Internet, theoretisch in jedem Winkel des Landes. Der neue Mobilfunkstandard gilt als Voraussetzung für die digitale Transformation in der Industrie, er soll Industrie-4.0-Anwendungen und die Kommunikation von Maschinen untereinander ermöglichen. Die Frequenzvergabe ist dringend notwendig, um Deutschland dabei zu helfen, 5G-Leitmarkt zu werden. 

Zuständig ist die Bundesnetzagentur. Sie versteigert die Frequenzen an die Netzbetreiber und legt die Bedingungen dafür fest. Wochenlang hat die Behörde verschiedene Auflagen diskutiert, die Netzbetreiber bei einem Zuschlag erfüllen müssen: So sollen die Betreiber sämtliche Autobahnen, Bundes- und Landstraßen abdecken und gleichzeitig eine 98-prozentige 5G-Versorgung der Bevölkerung garantieren. Geht es nach der Politik, soll 5G vor allem im ländlichen Raum endlich für eine flächendeckende Versorgung mit superschnellem Internet sorgen. 

Das Problem dabei: Die flächendeckende Versorgung ist sehr kostenintensiv, weil die neuen Frequenzen nur eine geringe Reichweite haben und Netzbetreiber deshalb viele neue Mobilfunkmasten aufstellen müssten. Strenge Auflagen hätten zur Folge, dass die Betreiber für die Frequenzen weniger bieten und der Staat geringere Erlöse erzielt. 

Zudem könnte dem ländlichen Raum beim stockenden Netzausbau auch anders geholfen werden: Wenn der Staat den Netzbetreibern mit Subventionen unter die Arme greift, würde es sich lohnen, Funklöcher zu schließen. Beim Glasfaserausbau ist das bereits Usus. Diese Lösung würde die Netzbetreiber entlasten, ihre Gebote für die 5G-Frequenzen und damit die Auktionserlöse erhöhen und die richtigen Anreize beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards setzen.