US-Haushaltsstreit Image
Quelle: Fotolia

Der Last-Minute-Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern sieht Steuererhöhungen für Amerikaner mit einem Jahreseinkommen von mehr als 400.000 Dollar vor. Außerdem wird die finanzielle Unterstützung für Langzeitarbeitslose um ein weiteres Jahr verlängert. Im Gegenzug haben die Republikaner dauerhafte Steuererleichterungen für die Mehrheit der Bevölkerung aushandeln können. Doch diese fallen kaum ins Gewicht: Laut Tax Policy Center werden mehr als drei Viertel der US-Bürger seit Beginn des Jahres 2013 durch den Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge um 2 Prozent stärker belastet als bislang.

Außerdem ist aufgeschoben bekanntermaßen nicht aufgehoben: Das Haushaltsdefizit bleibt die größte Herausforderung der US-Regierung. Bereits Ende Februar muss der Kongress darüber abstimmen, ob die Schuldenobergrenze erneut erhöht wird. Hier einen Kompromiss zu finden, wird schwierig. Denn die Republikaner verlangen, das die Staatsausgaben deutlich sinken, damit nicht das Gleiche geschieht wie im Sommer 2011 – damals hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s den Vereinigten Staaten nach einem wochenlangen Haushaltsstreit die Spitzenbewertung bei der Kreditwürdigkeit entzogen.

Tatsächlich ist es unumgänglich, dass die Regierung die Staatsausgaben auf den Prüfstand stellt – etwa den Verteidigungshaushalt – und weitere Steuerreformen angeht. Denn auch die größte Volkswirtschaft der Welt kann es sich nicht leisten, nur immer neue Schulden anzuhäufen.

Ansprechpartner

Wirtschaftsexperten geben Trump schlechte Noten
Gastbeitrag, 8. November 2017

Michael Hüther in der Heilbronner Stimme Wirtschaftsexperten geben Trump schlechte NotenArrow

Wirtschaftsexperten rund um den Globus haben US-Präsident Donald Trump ein Jahr nach seiner Wahl ein miserables Zeugnis ausgestellt. Die Heilbronner Stimme hat prominente Fachleute gefragt, wie sie die bisherige Präsidentschaft Trumps und die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen bewerten. IW-Direktor Michael Hüther antwortet. mehr

11. Oktober 2017

Matthias Diermeier Wohlstand: Ohne die Hauptstadt meist geringerArrow

Berlin ist sexy, aber nach wie vor relativ arm – würde man die Hauptstadt und ihre Bewohner herausrechnen, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt je Einwohner um 0,2 Prozent höher. Im übrigen Europa sieht das Bild jedoch ganz anders aus. mehr auf iwd.de

Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg
IW-Kurzbericht, 5. Oktober 2017

Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-ExporterfolgArrow

Im Rahmen der Debatte über das US-Leistungs­bilanzdefizit fokussiert Donald Trump seine Kritik immer wieder auf Deutschland. Doch im Fall eines Handelskriegs wäre Deutschland nicht allein davon betroffen. Denn in den EU-Partnerländern hängen hunderttausende Arbeitsplätze über die Vorleistungsverflechtung an den deutschen US-
Exporten. mehr