Rund 21.000 Jugendliche warten noch auf einen Ausbildungsplatz, wie aus dem Berufsbildungsbericht hervorgeht. Dass sie noch lange unversorgt bleiben, ist aber unwahrscheinlich, lag die Zahl der offenen Stellen 2015 doch bei 41.000. Was für die Bewerber positiv ist, hat für die Wirtschaft jedoch unangenehme Folgen: Vielen Unternehmen fällt es immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden. Gerade kleine Betriebe ziehen sich verstärkt aus der Ausbildung zurück, weil sie leer ausgehen. Für die Fachkräftesicherung ist das ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Künftig müssen Unternehmen neue Zielgruppen für die Ausbildung stärker ansprechen, etwa Leistungsschwächere, junge Menschen mit Behinderung, Migranten und Flüchtlinge. Doch auch Abiturienten sollten von Unternehmen gezielt umworben werden. Das gelingt bereits teilweise: Der Anteil an den Ausbildungsanfängern mit Abitur ist von 20,3 Prozent im Jahr 2009 auf 26,2 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Allerdings ist Studieren bei dieser Zielgruppe deutlich beliebter. Inzwischen nehmen über 58 Prozent eines Jahrgangs ein Studium auf.

Dass jedoch ein Studium nicht immer die bessere Wahl ist, zeigt eine aktuelle IW-Studie. Denn der Weg über Berufsausbildung und Fortbildung bietet gute Beschäftigungs-, Einkommens- und Karriereperspektiven: Fortbildungsabsolventen, also etwa Meister, Techniker, Fach- und Betriebswirte, sind seltener arbeitslos, haben eine ähnlich hohe Arbeitszufriedenheit und sind häufiger als Vorgesetzte tätig als Akademiker. Zudem verdienen sie im Durchschnitt annähernd so viel wie Bachelorabsolventen.

Diese Vorteile können bei der Werbung um neue Auszubildende gezielt genutzt werden. Bei der Berufswahl sollte es weniger um das Prestige, als um die eigenen Neigungen und Interessen gehen. Zudem ist die duale Berufsausbildung nach wie vor die zentrale Säule bei der Fachkräftesicherung.

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Angesichts der demografischen Entwicklung und der deutlich gestiegenen Studierneigung stellt sich die Frage, wie in Zukunft eine ausreichende Zahl an Nachwuchskräften gewonnen werden kann. Damit rückt auch das Potenzial von Jugendlichen mit Behinderung stärker in den Fokus. mehr