Umlage auf Öl- und Gasverbrauch Image
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Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach ist das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) kein geeignetes Vorbild für den Wärmemarkt. Schließlich haben die vergangenen Monate gezeigt, dass beim EEG eine effektive Kontrolle der Ausgaben durch das Parlament nicht stattfindet. Dieser Fehler sollte bei anderen Fördermaßnahmen nicht wiederholt werden.

Eine verbrauchsabhängige Umlage auf Erdgas und Heizöl hätte außerdem eine kritische Verteilungswirkung zur Folge: Die Belastung wäre gemessen am Einkommen im ärmsten Zehntel der Bevölkerung mehr als drei Mal so hoch wie bei den wohlhabendsten 10 Prozent. Besonders belastet würden Rentner und Alleinerziehende.

Die Gesamtbelastung der betroffenen Haushalte hätte bei einer für die Berechnungen zugrunde gelegten Umlage von 1,8 Cent pro Kilowattstunde für das Jahr 2011 deutlich höher gelegen als die Belastung durch die EEG-Umlage im gleichen Jahr – nämlich bei 6,2 Milliarden Euro. Die Kosten für die Verbraucher wären also immens.

Aus diesen Gründen raten die IW-Experten von einer verbrauchsabhängige Umlage auf Erdgas und Heizöl ab. Deutlich mehr Sinn macht es für die Wissenschaftler, die bestehenden Förderinstrumente – etwa Kredite der KfW – auszubauen und steuerliche Abschreibungsmodelle für energetische Gebäudesanierungen einzuführen.

Gutachten

Hubertus Bardt / Judith Niehues: Umverteilung im Wärmemarkt nach Vorbild des EEG? Das Ausmaß der Verbraucherbelastung durch eine weitere Umlagefinanzierung

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Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 12. Oktober 2017

Thilo Schaefer EEG-Umlage: Verursacherprinzip geht anders!Arrow

Die EEG-Umlage wird die Stromverbraucher im kommenden Jahr weiterhin stark belasten. Die zukünftige Bundesregierung muss sich in der kommenden Legislaturperiode der Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien annehmen. mehr

Wohngeld
IW-Nachricht, 5. Oktober 2017

Ralph Henger / Judith Niehues Das Wohngeld muss zukunftsfest werden Arrow

Nach der Erhöhung des Wohngeldes ist die Zahl der Wohngeldempfänger zuletzt deutlich angestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt heute berichtet. Die Reform im vergangenen Jahr war überfällig, reicht aber längst nicht aus. Das Wohngeld sollte weiter gestärkt werden. mehr

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 9. August 2017

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in EuropaArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr