Trotz Senkung der Umlage Image
Quelle: Marco2811 – Fotolia

Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht, dass die EEG-Umlage für Unternehmen und Haushalte im kommenden Jahr sinkt. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass dies nicht darauf zurückzuführen ist, dass die Kosten gesenkt wurden. Es handelt sich nur um einen Abrechnungseffekt: Die heutige EEG-Umlage beinhaltet Nachzahlungen für das vergangene Jahr in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Sie wurden notwendig, weil die Subventionen für den Strom aus Solar- und Windkraftwerken höher ausfielen als prognostiziert. Diesen Nachzahlungs-Rucksack müssen die Stromkunden im kommenden Jahr nicht weiter mit sich herumschleppen. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr voraussichtlich 1,4 Milliarden Euro mehr EEG-Umlage gezahlt werden als benötigt. Insgesamt kann die EEG-Umlage im nächsten Jahr dadurch erstmals sinken.

Wären die tatsächlichen Förderkosten konstant geblieben, hätte die EEG-Umlage viel deutlicher sinken können – um 0,6 Cent auf 5,7 Cent. Ein Dreipersonenhaushalt hätte damit pro Jahr immerhin 24 Euro weniger für seinen Strom gezahlt. Stattdessen ist die Entlastung im kommenden Jahr mit nur 0,07 Cent pro Kilowattstunde mehr als überschaubar: Für einen durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt fallen 2015 EEG-Kosten in Höhe von 250 Euro pro Jahr an – plus Mehrwertsteuer. Das sind gerade einmal 2,80 Euro weniger als 2014.

Die eigentlichen Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien gehen auch 2015 nicht zurück. Im Gegenteil: Die Subventionen steigen um weitere 1,6 Milliarden Euro auf 21,1 Milliarden Euro an, das ist ein Plus von 8,3 Prozent. Das Ende der Kostenspirale ist also noch nicht in Sicht.

Ansprechpartner

Strukturwandel überzeichnet Erfolge der Energieeffizienz
IW-Kurzbericht, 18. Juli 2017

Hubertus Bardt Strukturwandel überzeichnet Erfolge der EnergieeffizienzArrow

Der sparsame und effiziente Einsatz von Energie ist nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten notwendig, sondern auch Klimaschutzgründen wichtig. Die Senkung des Energieverbrauchs gehörte damit auch zu den Zielen der Energiewende, da mit einer geringeren Energienachfrage schneller höhere Anteile emissionsfreier Energie aufgebaut werden können. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de