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Vier Fünftel der deutschen Warenexporte in die USA entfallen auf Investitionsgüter und Vorleistungen. Foto: iStock/robertmandel

In der Handelsbilanz mit den USA verbuchte die EU für das Jahr 2015 einen Überschuss von etwa 154 Milliarden Euro. Deutschland weist mit 54 Milliarden Euro – absolut betrachtet – den höchsten Überschuss aus, so dass US-Präsident Donald Trump insbesondere deutschen Exportunternehmen mit protektionistischen Maßnahmen wie Zöllen droht. Doch auch andere EU-Mitgliedstaaten wären davon stark betroffen. So übersteigen beispielsweise die Warenexporte Irlands in die USA die irischen Importe aus den USA um 24 Milliarden Euro. Da das irische Bruttoinlandsprodukt nur ein Zwölftel des deutschen beträgt, ist der irische Exportüberschuss also relativ gesehen um ein Vielfaches größer.

Wird der Exportüberschuss mit den USA in Relation zur wirtschaftlichen Größe gesetzt, so liegt Deutschland mit einem Überschuss von 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf einem Niveau mit Schweden, Österreich und Litauen (siehe Kurzbericht). In Irland beträgt der Überschuss im Warenhandel mit den USA dagegen mehr als 9,5 Prozent, in Dänemark ist er mit 2,6 Prozent ebenfalls wesentlich höher als in Deutschland. Diese Länder würden Trumps neue protektionistische Maßnahmen also mindestens ebenso hart zu spüren bekommen wie Deutschland.

Doch auch die US-Wirtschaft würde unter dem Protektionismus leiden. So würden unter anderem die Produktionskosten in den Vereinigten Staaten erheblich steigen – 81 Prozent der deutschen Warenexporte in die USA entfallen auf Investitionsgüter und Vorleistungen, werden vor Ort also zur Produktion eingesetzt oder weiterverarbeitet. Diese Investitionsgüter und Vorleistungen durch günstigere inländische zu ersetzen, ist kurzfristig kaum möglich, weil es sich oft um hochspezialisierte Produkte handelt, die nicht ohne entsprechendes Know-how und den damit verbundenen Forschungsaufwand hergestellt werden können. Die Kosten in Form von Preisaufschlägen für die neu eingeführten Zölle werden dann die US-Verbraucher zahlen müssen.

IW-Kurzbericht

Galina Kolev: Exportüberschuss mit den USA: eine Relativierung

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Carsten Ruge M+E-Industrie bleibt Exportbranche Nummer einsArrow

Die wichtigste Exportbranche in Deutschland ist weiterhin die Metall- und Elektro-Industrie: Waren im Wert von 723 Milliarden Euro haben die M+E-Unternehmen 2016 im Ausland verkauft – 1 Prozent mehr als 2015. Damit hat sich der Zuwachs nach 3,2 Prozent im Jahr 2014 und 7,3 Prozent im Jahr 2015 allerdings deutlich verlangsamt. Größter Exportmarkt sind nach wie vor die USA, gefolgt von Frankreich und China. mehr auf iwd.de

Interview, 2. August 2017

Michael Hüther auf stahl-blog.de Protektionismus: „Erhebliches Gefährdungspotenzial“Arrow

Trump, Brexit, zunehmender Protektionismus: Ist dies das Ende offener Grenzen? Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, spricht im Interview mit „Stahl – Das Magazin“ über eine Weltwirtschaft unter veränderten Vorzeichen, mögliche Folgen für die deutsche Wirtschaft und die daraus resultierende Lage der Stahlindustrie. mehr

20. Juli 2017

Galina Kolev / Jürgen Matthes Gefahr durch ProtektionismusArrow

Das Tempo der Globalisierung hat sich verlangsamt, vielerorts ist die Skepsis gestiegen – vor allem, weil nicht alle gleichermaßen von den Effekten des weltweiten Handels profitieren. Die Antwort darf aber nicht Protektionismus heißen. Vielmehr muss die Wirtschaftspolitik dafür sorgen, dass die derzeitigen Verlierer wieder Anschluss finden. mehr auf iwd.de