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Nach der mehrtägigen Beratung des Arbeitskreises Steuerschätzungen verkündete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heute, dass die bis zum Jahr 2021 zu erwartenden Steuereinnahmen um mehr als 54 Milliarden Euro höher ausfallen werden als bisher gedacht.

Da Steuereinnahmen stets nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, geschätzt werden, ist es zunächst wenig verwunderlich, dass die Werte Jahr für Jahr steigen. Zumal die Wirtschaft gut läuft: Der Beschäftigungsaufbau geht weiter, die Unternehmen verdienen gutes Geld, die Konsumlaune ist bestens. Hinzu kommen jedoch weitere Gründe, die den Höhenflug bei den Steuereinnahmen erklären – und die Politik von Bund, Ländern und Gemeinden in ein schlechtes Licht rücken: heimliche Steuererhöhungen durch die kalte Progression bei der Einkommensteuer, ein Wettlauf zwischen den Bundesländern um die höchsten Grunderwerbsteuersätze und steigende Hebesätze bei der Grundsteuer und der Gewerbesteuer.

All das hat dafür gesorgt, dass die Steuereinnahmen einen immer größeren Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einnehmen. Die Steuerquote gemäß der Kassenstatistik steigt in diesem Jahr auf 22,7 Prozent. Letztmals höher war der Steueranteil am BIP im Jahr 1989. Wenn die Politik weiterhin nicht den Mut für eine durchgreifende Steuerentlastung aufbringt, könnte die Steuerquote in den kommenden Jahren weiter steigen.

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Steuerquote - Bund und Länder liegen gleichauf
IW-Kurzbericht, 22. Mai 2017

Tobias Hentze Steuerquote: Bund und Länder liegen gleichaufArrow

Der Staat beansprucht einen stetig wachsenden Anteil der Wirtschaftskraft für sich. Während der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt nach der Kassenstatistik im Jahr 2016 bei 22,5 Prozent lag, waren es 2004 noch 3 Prozentpunkte weniger. Dabei steigt vor allem die Steuerquote der Bundesländer. mehr

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de

Die Einkommensteuer im Zeitverlauf
Gutachten, 9. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die Einkommensteuer im ZeitverlaufArrow

Von 1958 bis heute hat die Politik insgesamt 24 Mal den Einkommensteuertarif verändert. Allerdings wurde dabei versäumt, die Tarifgrenzen an die Entwicklung von Preisen und Löhnen anzulehnen. mehr