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Nach der mehrtägigen Beratung des Arbeitskreises Steuerschätzungen verkündete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heute, dass die bis zum Jahr 2021 zu erwartenden Steuereinnahmen um mehr als 54 Milliarden Euro höher ausfallen werden als bisher gedacht.

Da Steuereinnahmen stets nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, geschätzt werden, ist es zunächst wenig verwunderlich, dass die Werte Jahr für Jahr steigen. Zumal die Wirtschaft gut läuft: Der Beschäftigungsaufbau geht weiter, die Unternehmen verdienen gutes Geld, die Konsumlaune ist bestens. Hinzu kommen jedoch weitere Gründe, die den Höhenflug bei den Steuereinnahmen erklären – und die Politik von Bund, Ländern und Gemeinden in ein schlechtes Licht rücken: heimliche Steuererhöhungen durch die kalte Progression bei der Einkommensteuer, ein Wettlauf zwischen den Bundesländern um die höchsten Grunderwerbsteuersätze und steigende Hebesätze bei der Grundsteuer und der Gewerbesteuer.

All das hat dafür gesorgt, dass die Steuereinnahmen einen immer größeren Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einnehmen. Die Steuerquote gemäß der Kassenstatistik steigt in diesem Jahr auf 22,7 Prozent. Letztmals höher war der Steueranteil am BIP im Jahr 1989. Wenn die Politik weiterhin nicht den Mut für eine durchgreifende Steuerentlastung aufbringt, könnte die Steuerquote in den kommenden Jahren weiter steigen.

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Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr