Rund 400 Millionen Tonnen waren 2017 auf deutschen Schienen unterwegs, meldet das statistische Bundesamt. Auch die Transportleistung ist gewachsen: Sie misst Masse mal Entfernung und wird in sogenannten Tonnenkilometern angegeben. Mit rund 130 Milliarden Tonnenkilometern ist die Transportleistung im Vergleich zum Vorjahr rund ein Prozent gestiegen. 

Der Rekord ist ein Erfolg für das System Schiene. Ohne die Bahnreform von 1994 wäre das nicht möglich gewesen. Die Jahrhundertreform hatte das Ziel, mehr Güter auf die Schiene zu bringen – nach Anlaufschwierigkeiten hat das auch funktioniert. Inzwischen hat sich die Transportleistung auf der Schiene gegenüber 1993 verdoppelt. Vor allem der Wettbewerb hat dem Güterverkehr gut getan: Seitdem die deutsche Bahn ihr Schienennetz mit anderen Anbietern teilt, wächst der Gütertransport auf der Schiene wieder. Inzwischen peilen die Wettbewerber sogar einen Marktanteil von rund 50 Prozent an. 

Allerdings steht der Güterverkehr auch vor zahlreichen Problemen. So gibt es kaum noch freie Kapazitäten. Die wichtigen Trassen sind überlastet, die Infrastruktur müsste besser ausgebaut und an vielen Stellen saniert werden. Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Seit Jahren haben Deutsche Bahn und Co. Schwierigkeiten, neue Lokführer, Fahrdienstleiter und Streckenwärter zu gewinnen. Ein weiteres Problem sind die geringen Margen, die alle Güterbahnen plagen und ihre Investitionsmöglichkeiten einschränken. Immerhin: Im kommenden Jahr will der Bund die sogenannten Trassenpreise, das sind die Gebühren für die Schienenbenutzung, halbieren. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht allerdings nicht aus: Auch das Schienennetz sollte dringend ausgebaut werden, nicht zuletzt, um den Weg für längere Güterzüge frei zu machen. Nur so lassen sich auch zukünftig neue Rekorde vermelden.