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Tatsächlich verdienen „Staatsdiener“ im unteren Bereich immer noch deutlich besser als in der Privatwirtschaft, während höher qualifizierte Arbeitnehmer beim Staat vergleichsweise schlecht entlohnt werden. Das war auch lange so gewollt. Aber wenn der Staat die Einkommen seiner Beschäftigten weniger differenziert, als es die Privatwirtschaft tut, und sich die beruflichen Anforderungsprofile auch in der öffentlichen Verwaltung hin zu anspruchsvolleren Tätigkeiten wandeln, entsteht ein Problem: Der Staat braucht mehr Akademiker und weniger einfaches Personal. Die im Vergleich zur Privatwirtschaft magere Bezahlung der Höherqualifizierten erschwert aber deren Bereitschaft, beim Staat anzuheuern.

Abhilfe hat hier auch die 2005 durchgeführte Reform des Tarifrechts nicht geschaffen, weil sie keine größere Spreizung der Einkommen vorsieht. Ein lediger Angestellter erhielt als Grundvergütung Anfang 2005 1.509 bis 5.636 Euro, derzeit liegt die entsprechende Vergütung für neue Mitarbeiter bei 1.377 bis 5.237 Euro. Pauschale Lohnanhebungen in der von den Gewerkschaften geforderten Größenordnung helfen hier wenig. Sie beschleunigen eher den Stellenabbau und die Ausgliederung einfacher Dienstleistungen.

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

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Zur Schätzung des Anteils tarifgebundener Arbeitnehmer in Deutschland wurde bisher auf das IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturerhebung zurückgegriffen. Mit dem Sozio-oekonomischen Panel steht nun eine dritte Datenbasis zur Verfügung. Danach wurde 2015 knapp jeder zweite Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag bezahlt. mehr

2. Juni 2017

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Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de

Besser ohne staatlichen Tarifzwang
Gastbeitrag, 29. Mai 2017

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Die sinkende Tarifbindung in Deutschland hat zu einer breiten politischen Debatte geführt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Politik zum Handeln auf. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Hagen Lesch. mehr