Tarifrunde Öffentlicher Dienst Image
Quelle: Fotolia

Tatsächlich verdienen „Staatsdiener“ im unteren Bereich immer noch deutlich besser als in der Privatwirtschaft, während höher qualifizierte Arbeitnehmer beim Staat vergleichsweise schlecht entlohnt werden. Das war auch lange so gewollt. Aber wenn der Staat die Einkommen seiner Beschäftigten weniger differenziert, als es die Privatwirtschaft tut, und sich die beruflichen Anforderungsprofile auch in der öffentlichen Verwaltung hin zu anspruchsvolleren Tätigkeiten wandeln, entsteht ein Problem: Der Staat braucht mehr Akademiker und weniger einfaches Personal. Die im Vergleich zur Privatwirtschaft magere Bezahlung der Höherqualifizierten erschwert aber deren Bereitschaft, beim Staat anzuheuern.

Abhilfe hat hier auch die 2005 durchgeführte Reform des Tarifrechts nicht geschaffen, weil sie keine größere Spreizung der Einkommen vorsieht. Ein lediger Angestellter erhielt als Grundvergütung Anfang 2005 1.509 bis 5.636 Euro, derzeit liegt die entsprechende Vergütung für neue Mitarbeiter bei 1.377 bis 5.237 Euro. Pauschale Lohnanhebungen in der von den Gewerkschaften geforderten Größenordnung helfen hier wenig. Sie beschleunigen eher den Stellenabbau und die Ausgliederung einfacher Dienstleistungen.

IW-Report
IW-Report, 22. Mai 2017

Hagen Lesch Mindestlohn und TarifgeschehenArrow

Seit Anfang 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Um die Auswirkungen auf das Tarifgeschehen zu untersuchen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Experten aus acht Branchen befragt, die unmittelbar vom Mindestlohn betroffen sind. mehr

22. Mai 2017

Holger Schäfer Soziale Dienstleistungen boomenArrow

Der deutsche Arbeitsmarkt eilt von einem Rekord zum nächsten. In den vergangenen 20 Jahren sind 3,7 Millionen neue Jobs entstanden. Ein erheblicher Teil davon geht auf die sozialen Dienstleistungen zurück. mehr auf iwd.de

IW-Pressemitteilung, 22. Mai 2017

Hagen Lesch Branchenbefragung: Mindestlohn statt TariflohnArrow

Der Mindestlohn hat die Tarifverhandlungen komplizierter gemacht und manchen Tariflohn verdrängt. Wie eine Befragung von acht Branchenverbänden durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, sehen einige Verbände darin einen erheblichen Eingriff in die Tarifautonomie. mehr