Mit Warnstreiks in den Mai Image
Erst Verdi, jetzt die IG Metall – mit massiven Warnstreiks stimmen sich die Gewerkschaften auf den 1. Mai ein. Die Streiks sollen auch den Bedeutungsverlust der Gewerkschaften stoppen. Foto: EdStock/iStock

Die Aktionen zum 1. Mai stehen diesmal unter dem Motto „Zeit für mehr Solidarität“. Die Kundgebungen fallen mitten in eine durch Warnstreiks im Öffentlichen Dienst und in der Metall- und Elektro-Industrie aufgeheizte Atmosphäre. Verdi und IG Metall mobilisieren Zehntausende, um nicht nur für höhere Löhne zu kämpfen, sondern auch, um neue Mitglieder zu gewinnen. Denn während die Zahl der Beschäftigten wächst, gelingt es den Gewerkschaften gerade mal, ihre Mitgliederzahlen zu stabilisieren.

Per Saldo schreitet der Bedeutungsverlust der Gewerkschaften indes weiter voran: Im vergangenen Jahr ging der Netto-Organisationsgrad – also der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer an allen Arbeitnehmern – auf 17,3 Prozent zurück. Im Jahr 2014 waren es noch 17,5 und 2012 sogar 20,6 Prozent gewesen.

So wichtig der Tag der Arbeit für das Selbstverständnis der Gewerkschaften weltweit noch immer ist, werden ihre Rekrutierungserfolge immer stärker auf anderen Spielfeldern bestimmt: Entscheidend sind die Kampagnen und sozialen Bewegungen, mit denen IG Metall, Verdi und Co. ganz gezielt bestimmte Beschäftigtengruppen als Mitglieder umwerben. Ob sich ein „Organisieren am Konflikt“ – wie aktuell praktiziert – langfristig auszahlen wird, bleibt indes abzuwarten.

Ansprechpartner

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Verhandlungsmanagement Mehr Professionalität – weniger EskalationArrow

In einem Tarifkonflikt können durch gutes Verhandeln effiziente Lösungen gefunden werden, die das Arbeitskampfrisiko verringern. Dies verlangt aber eine Professionalisierung des Verhandlungsmanagements. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Mediation Lohnendes Investment Arrow

Eine Mediator verbessert den Verhandlungsprozess in Tarifverhandlungen. Dadurch können sich die Tarifparteien stärker auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren. So steigert eine Mediation die Einigungschancen. mehr