Mit der staatlichen Förderung der Aufstiegsfortbildung werden Personen unterstützt, die sich nach einer beruflichen Erstausbildung höher qualifizieren möchten – zum Beispiel zum Meister. Die Gesetzesreform des sogenannten Aufstiegs-Bafög im Jahr 2016 hat dazu geführt, dass Teilnehmer mehr Geld erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr gab der Staat 2017 gut 11 Prozent mehr für die Förderung aus. Die Zahl der Geförderten ist jedoch nur um knapp 2 Prozent gestiegen. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Damit konnte die negative Entwicklung der Jahre 2015 und 2016 zwar gestoppt werden. Allerdings gibt es nach wie vor Luft nach oben: Gerade in vom Fachkräftemangel stark betroffenen Berufen ist die Zahl der Geförderten noch sehr überschaubar.

Dies gilt insbesondere für eine Reihe von Fortbildungsberufen im Gesundheitsbereich, etwa in der Kranken- oder Altenpflege. In diesen Berufen kommen auf 100 gemeldete offene Stellen nur etwa 30 Arbeitslose. Angesichts der steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen müssen Politik und Gesundheitseinrichtungen also dringend attraktive Bedingungen schaffen, um Arbeitskräfte zu halten und zu gewinnen. Dazu gehören auch Möglichkeiten zur Qualifizierung und Weiterbildung – die entsprechend gefördert werden müssen.

 
Dass sich eine Aufstiegsfortbildung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen lohnt, zeigen Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Unternehmen schätzen insbesondere die praktische Erfahrung der Fortbildungsabsolventen und ihre Teamfähigkeit. Für die Absolventen geht ein Fortbildungsabschluss typischerweise mit einem deutlichen Einkommensplus einher. 28 Prozent der Fortbildungsabsolventen kommen sogar auf höhere Löhne als der Durchschnitt aller Akademiker.

Das Aufstiegs-Bafög als Pendant zum Uni-Bafög ist ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität und Gleichwertigkeit der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erhalten. Die Bundesregierung sollte die Förderung daher weiter auszuweiten und gerade in Berufen mit Fachkräfteengpässen mehr Teilnehmer unterstützen. Zudem müssen potenzielle Kandidaten auch die relevanten Informationen erhalten: Breite Informationskampagnen über die Fördermöglichkeiten in Verbindung mit zielgerichteten individuellen Angeboten sollten daher ausgeweitet werden. Nur so werden mehr Fachkräfte die Aufstiegsfortbildung als Karrierechance begreifen.