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Die Anforderungen an Studierende ändern sich. Praxiserfahrung sollten sie daher nicht erst nach dem Abschluss sammeln. Foto: EdStock/iStock

Die wachsende Bedeutung von Teams ist der stärkste Trend der neuen Arbeitswelt 4.0. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft unter 303 Unternehmen in Deutschland. Demnach müssen Manager, Entwickler und Mitarbeiter auf operativen Ebenen künftig noch enger zusammenarbeiten.

Neue Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Interaktion im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung werden neue Produkte und Dienstleistungen hervorbringen und Routinetätigkeiten ersetzen. Dazu zählen nach Angaben der Unternehmen nicht nur manuelle Tätigkeiten, sondern auch administrative Aufgaben. Tätigkeiten in akademischen Berufen werden nach Ansicht der Befragten auch künftig nicht vollständig automatisiert, sondern durch digitale Technologien wie Programme zur Analyse großer Datenmengen oder digitale Recherchetools angereichert.

Beruflich Ausgebildete sollen ihre analytischen Kompetenzen und Akademiker ihr Anwendungswissen stärken. Im Lebenslauf von akademischen Berufseinsteigern wird in Zukunft vor allem Praxiserfahrung immer bedeutsamer. Eine Berufsausbildung zählt für über die Hälfte der Unternehmen zum künftigen Kompetenzprofil eines Akademikers, der Masterabschluss nach dem Bachelor dagegen für ein Drittel der Befragten.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Hochschulausbildung in Deutschland verändern muss. Neben dem Umgang mit digitalen Anwendungen müssen die Hochschulen die statistische Analyse großer Datenmengen sowie die kritische Beurteilung der Ergebnisse lehren. Konzeption, Kontrolle und Bewertung von automatisierten Analysen erfordern aber immer auch die Rückkopplung zur sozialen Realität des Unternehmens und seiner Umgebung – deswegen werden den Unternehmen Teams auch immer wichtiger.

Für die Hochschulen gilt es, duale Studiengänge, in denen sich praktische Phasen im Unternehmen mit Theorieanteilen in der Hochschule abwechseln, noch weiter auszubauen. Unternehmen sollten zudem ihren beruflich ausgebildeten Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich auch in der Theorie fortzubilden.

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Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Paula Risius / Lydia Malin / Regina Flake Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr