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Dabei gilt: Solange die Kunden nicht zu günstigeren Anbietern wechseln, können sie auch nicht auf niedrigere Preise hoffen. Zudem darf nicht vergessen werden, dass vor allem Steuern und Abgaben für die überdurchschnittlichen Preise verantwortlich sind. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Strommarkt für den Wettbewerb geöffnet. Wie in jedem Markt steht es dem Anbieter frei, einen Preis zu fordern – und dem Kunden, sich einen günstigen Anbieter auszusuchen. Preise rechtfertigen sich nicht aus den Kosten, sondern sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage.

Den deutschen Stromkunden scheint der Preis aber gar nicht so wichtig zu sein. Jedenfalls reichen die hohen Stromkosten nicht aus, um sich nach einem günstigeren Anbieter umzusehen. Das genau ist aber die Chance des liberalisierten Strommarkts. Hier sind die Verbraucher überhöhten Preisen nicht schutzlos ausgeliefert, sie können die Angebote der zahlreichen Unternehmen wahrnehmen.Dass der Strompreis in Deutschland 40 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegt, ist vor allem auf höhere Steuern und Abgaben zurückzuführen. Würde hierzulande nur die durchschnittliche Abgabenbelastung gelten, könnte die Kilowattstunde 22 Prozent weniger kosten. Die Erhöhung der Kosten für erneuerbare Energien weist aber in die andere Richtung.

Themen

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de