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Bisher waren allzu große Sparanstrengungen nicht notwendig, um das Ziel der deutschen Schuldenbremse schnellstmöglich zu erreichen, denn die Einnahmeseite entwickelte sich prächtig. Für 2013 rechnen die Steuerschätzer mit Steuereinnahmen von 615 Milliarden Euro; für 2017 sollen es laut Schätzung schon über 700 Milliarden Euro sein. In den nächsten vier Jahren wüchsen die Steuereinnahmen damit jedes Jahr um durchschnittlich 3,4 Prozent. Gleichzeitig steigt aber auch die Steuerquote – also der prozentuale Anteil, den jeder Haushalt an Steuern zu zahlen hat. Denn statt die kalte Progression einzudämmen, wurde nur der Grundfreibetrag erhöht. Die Folge: Mit jeder Lohnerhöhung werden durch die progressive Einkommenssteuer automatisch anteilig höhere Abgaben fällig.

Wenn die Finanzminister jetzt also 2,8 Milliarden weniger zur Verfügung haben als einst kalkuliert, sollten sie nicht an Steuererhöhungen denken. Denn Geld ist genug da. Die Politik muss nur überprüfen, ob sie es an den richtigen Stellen ausgibt.

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Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr