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Im Gegenteil: Unternehmen, die steuerliche Gestaltungsspielräume nutzen, bunkern das gesparte Geld keineswegs auf Konten in der Ferne. Vielmehr investieren sie es wieder – auch in Deutschland.

Bei einer allzu schnellen Verurteilung ist also Vorsicht geboten. Entscheidend ist, ob die Steuerbehörden wissen, wie viel Geld wo angelegt wird. In der Tat ist es eine Straftat, dem deutschen Finanzamt ausländische Einkünfte zu verschweigen. Der deutschen Staatskasse entgehen auf diese Weise Steuereinnahmen und die ehrlichen Steuerzahler sind die Dummen. Deshalb ist es gut, dass nun internationale Netzwerke, die einzig dem Zweck der Steuerhinterziehung dienen, aufgedeckt werden.

Für international tätige Unternehmen gehört es dagegen zum betriebswirtschaftlichen Kalkül, Geschäftsfelder dort anzusiedeln, wo es kostengünstig ist. Deshalb werden einfache Produktionsschritte dort ausgeführt, wo Arbeitskräfte billig sind. Technisch anspruchsvolle Aufgaben werden dagegen in einem Umfeld mit gut ausgebildeten Fachkräften wie zum Beispiel in Deutschland erledigt. Das gleiche Prinzip gilt beim Thema Finanzgeschäfte: Sie werden in der Regel dort gemacht, wo sie günstig möglich sind.

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IW-Kurzbericht, 7. Juni 2017

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Seit Jahren steht eine Reform des Ehegattensplittings immer wieder im Raum. Befürworter und Gegner beharren auf ihren jeweiligen Argumenten. Anstatt nur die Systemfrage zu stellen, lohnt es sich über kleine Änderungen am Status quo wie eine Vereinfachung der Lohnsteuerklassen nachzudenken. mehr

Steuerquote - Bund und Länder liegen gleichauf
IW-Kurzbericht, 22. Mai 2017

Tobias Hentze Steuerquote: Bund und Länder liegen gleichaufArrow

Der Staat beansprucht einen stetig wachsenden Anteil der Wirtschaftskraft für sich. Während der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt nach der Kassenstatistik im Jahr 2016 bei 22,5 Prozent lag, waren es 2004 noch 3 Prozentpunkte weniger. Dabei steigt vor allem die Steuerquote der Bundesländer. mehr

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de