Zwei Fliegen mit einer Klatsche Image
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Der aktuelle Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums weist für die aufkommensstarken Gemeinschaftssteuern im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ein dickes Plus von 9,4 Prozent aus – der Bund erzielt dabei sogar 12,3 Prozent mehr. Diese Mehreinnahmen tragen dazu bei, dass insbesondere Bund seine Konsolidierungsziele schneller erreicht, als bisher angenommen wurde. Schäuble erwartet für 2014 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt.

Dieses Ziel ließe sich bei einem noch entschlosseneren Konsolidierungskurs eventuell bereits 2013 erreichen. Denn selbst im Juli sind - trotz der Wachstumsdelle im zweiten Quartal 2011 – die Steuereinnahmen bei Bund und Ländern um 9,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Wie günstig sich die Situation inzwischen darstellt ist auch an zwei anderen Kennziffern abzulesen: Die Neuverschuldung erreicht in diesem Jahr nur noch 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – einen vollen Prozentpunkt weniger, als noch im Frühjahr veranschlagt. Und auch der Schuldenberg soll bis 2015 von heute 80 Prozent des BIP auf 71,5 Prozent zurückgehen.

Sollten die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht noch länger andauern und damit dem Finanzministern die Pläne verhageln, ist bei entschlossenerem Sparkurs durchaus auch noch in dieser Legislaturperiode eine Steuerentlastung zu verkraften. Zumindest die kalte Progression könnte entschärft werden. Konkret bietet es sich an, die Konsolidierung über die Ausgabenseite bei den konsumtiven Ausgabenblöcken zu forcieren, etwa durch eine mutige Modernisierung der öffentliche Verwaltung oder der Bundeswehr. Der Rotstift darf hingegen nicht bei den Investitionen angesetzt werden, wie es die Bundesregierung plant. Denn diese sind mit hohen positiven Beschäftigungseffekten verbunden.

Wie wichtig die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch für den Fiskus ist, lässt sich daran ablesen, dass dank des rund laufenden Jobmotors die aufkommensstarke Lohsteuer im Monat Juli allein gegenüber dem Vormonat um 10,2 Prozent zulegte.

Steuerquote - Bund und Länder liegen gleichauf
IW-Kurzbericht, 22. Mai 2017

Tobias Hentze Steuerquote: Bund und Länder liegen gleichaufArrow

Der Staat beansprucht einen stetig wachsenden Anteil der Wirtschaftskraft für sich. Während der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt nach der Kassenstatistik im Jahr 2016 bei 22,5 Prozent lag, waren es 2004 noch 3 Prozentpunkte weniger. Dabei steigt vor allem die Steuerquote der Bundesländer. mehr

Gutachten
Gutachten, 18. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein Tilgungsplan für Deutschlands Staatsschulden zur Begrenzung der ZinslastArrow

Der Tilgungsplan kann dafür sorgen, drohende Haushaltsbelastungen einer Zinswende zu kompensieren. Bei einem moderaten Anstieg des auf die Staatsschulden fälligen Durchschnittszinses um 1 Prozentpunkt über zehn Jahre müsste der Staat anfangs 22,5 Milliarden Euro pro Jahr tilgen, um die Zinsausgabenquote, also das Verhältnis von Zinsausgaben zur Wirtschaftskraft, konstant zu halten. mehr

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de